Erikssons "russisches Roulette"

12. Juni 2006, 10:49
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"Fall" Rooney als Macht­probe zwischen Eriksson und Klubvertretern von Manchester United - Sir Alex Ferguson brach Urlaub ab

Wien - Der Streit um Wayne Rooney spitzt sich zu. In Sorge um seinen Stürmerstar hat Premier-League-Klub Manchester United mit heftiger Kritik auf die Erklärung von Nationalcoach Sven-Göran Eriksson reagiert, alleine die Entscheidung über den WM-Einsatz des 20-jährigen Angreifers zu treffen. "Eriksson spielt russisches Roulette mit Waynes Karriere", zitierte die "Times" (Freitag-Ausgabe) einen Klub-Vertreter. Auch ManU-Vorstandsmitglied Bobby Charlton, Weltmeister von 1966, hatte sich besorgt geäußert: "Wenn Rooney zu früh spielt, tut man ihm damit keinen Gefallen."

Nach Erikssons Erklärung am Donnerstag soll der Disput zwischen dem Schweden und ManU-Manager Alex Ferguson eskaliert sein. Englischen Medienberichten zu Folge sollen einander die Kontrahenten in einem Telefonat eine heftige Auseinandersetzung geliefert haben. Der äußerst erregte Ferguson habe daraufhin seinen Urlaub in Südfrankreich abgebrochen. Schon bei der umstrittenen Nominierung Rooneys hatte es heftigen Streit zwischen Eriksson und Sir Alex gegeben. "In der Schlacht um den verletzten Fuß werden die Messer schliffen", schrieb am Freitag der "Guardian".

Nach der ärztlichen Untersuchung des gebrochenen rechten Mittelfußes am Mittwoch in Manchester hatte Eriksson den 50 Mio. Euro teuren Stürmer für verletzungsfrei erklärt und mit Nachdruck betont, dass er und Rooney bei der Entscheidung über einen Einsatz das letzte Wort hätten: "Wenn wir glauben, dass Wayne fit ist, dann wird er spielen." Spekulationen zu Folge plant Eriksson spätestens im letzten Gruppenspiel gegen Schweden am 20. Juni mit Rooneys Comeback.

Unterstützt von unabhängigen medizinischen Experten besteht ManU aber auf der mit dem englischen Verband (FA) getroffenen Vereinbarung, wonach Rooney in der Gruppen-Phase nicht spielen soll. Ein überstürzter Einsatz sei ein Risiko, hieß es in einer Erklärung. Eriksson soll die Abmachung abgelehnt haben. Manchesters Besorgnis basiert auf dem Urteil des angesehenen englischen Orthopäden Angus Wallace, der sich gegen einen verfrühten Einsatz des ManU-Stars aussprach. Für eine vollständige Heilung seien mindestens noch zwölf Tage nötig. (APA/dpa)

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    Heftige Auseinandersetzung zwischen Teamchef Eriksson und ManU-Vertretern. Und mittendrin: Wayne Rooney.

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