Die kommen, die Platten

10. Juni 2006, 19:00
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Neues unter anderem von Keane, Nelly Furtado und Donovan Frankenreiter

Wien - Die britische Band Keane ist am Druck nach der gefeierten CD "Hopes And Fears" nicht zerbrochen. Das zweite Album "Under The Iron Sea" (Universal) zeigt eine Weiterentwicklung des Sounds, auch wenn das Trio erneut ohne Gitarren auskommt und stattdessen wieder E-Piano und Synthesizer gezielt einsetzt. Der Sound ist düsterer, die Songs mit noch mehr Emotionen ausgestattet. Die zwölf Nummern sind opulent, manchmal schwermütig und mit viel Atmosphäre.

Nelly Furtado macht, was sie will - und jetzt legte sie ein reines HipHop-Album, produziert von Timbaland, vor. Eigentlich war der Nachfolger von "Folklore" bereits fertig, aber dann hat die Sängerin mit portugiesischen Wurzeln die Tapes auf Eis gelegt. Eine Veröffentlichung des zurückgezogenen Pop-Materials schließt Furtado nicht aus, aber vorerst hält sie ihre Zusammenarbeit mit Timbaland für spannender. Die CD "Loose" (Universal) wurde in der Hit Factory Miami aufgenommen, inklusive der Singe-Auskopplung "Maneater".

Neue Wege geht auch Christina Aguilera - unter anderem mit Jazz-Anklängen. Und die erste Single "Ain't No Other Man" (Sony BMG) zeigt, wie das klingen kann: trotz aller Veränderungen dank der kraftvollen, markanten Stimme typisch Aguilera. Aufgebaut ist der kraftvolle Song auf einem Bläser-Loop, produziert wurde er von DJ Premier und Aguilera.

Reifer und von Rick Rubin perfekt inszeniert präsentieren sich die Dixie Chicks auf "Taking The Longy Way" (Sony BMG), das am 16. Juni in Österreich in den Handel kommt. Mit Mainstream-Country haben die drei Amerikanerinnen nichts zu tun: Politisch, stilistisch vielseitig und als mutige Songwriterinnen, die sich des öfteren vor den Beatles verneigen, zeigt sich das Trio. Rubin holte Musiker wie Chad Smith, Drummer bei den Red Hot Chili Peppers, Benmont Tench und Mike Campbell von den Heartbreakers sowie den begnadeten Session-Gitarristen Larry Knechtel zu den Aufnahmen. "Die Platte sollte klingen, als würde eine großartige Rockband ein Countryalbum machen - und nicht wie ein Country-Act, der eine Rockplatte aufnimmt", betonte Rubin.

Um beim Genre zu bleiben: "Pay The Devil" (Universal), Van Morrisons Country-Experiment, gibt es ab sofort in einer limitierten Edition mit DVD. Geboten werden fünf Songs, mitgefilmt bei einem Auftritt des Nordiren.

Den Sound der späten Neunziger hat Fatboy Slim mitgeprägt. Der DJ mit bürgerlichem Namen Norman Cook aus Brighton trug dazu bei, den Klang aus angesagten Clubs in die Wohnzimmer und schließlich auch in die Charts zu führen. Mit "Why Try Harder" (Sony BMG) liegt ab Ende kommender Woche eine "Greatest Hits"-Kopplung vor - inklusive der neuen Single "That Old Pair Of Jeans" (einem von zwei neuen Tracks). Außerdem gibt es eine DVD mit zahlreichen Clips.

Der ehemalige Surfprofi Donavan Frankenreiter hatte sein Debüt noch auf Jack Johnsons Label Brushfire veröffentlicht. Der Nachfolger "Move By Yourself" erschien jetzt bei Universal Motown - gibt es doch überraschender Weise mitunter funkigen, vom Keyboard und einer verträumten Stimme geprägten Soul-Pop zu hören. Außerdem startete Universal eine neue Live-DVD-Serie unter dem Namen "The Abbey Road Sessions" mit einem Mitschnitt einer Show von Frankenreiter (Laufzeit mehr als zwei Stunden, Surround 5.1, Bildformat 16:9). (APA)

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