Traumfinale bei den Herren

12. Juni 2006, 18:15
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Die Nummer eins Roger Federer und Sandplatz­könig Rafael Nadal be­streiten das Endspiel in Roland Garros

Paris - Die French Open haben ihr Traumfinale im Herren-Einzel. Der Weltranglisten-Erste Roger Federer und Vorjahrssieger Rafael Nadal spielen am Sonntag (15:00 Uhr/live Eurosport) im Stade Roland Garros um den Titel. Der topgesetzte Schweizer profitierte bei seinem erstmaligen Einzug ins Endspiel von der verletzungsbedingten Aufgabe des Argentiniers David Nalbandian bei 3:6,6:4,5:2. Anschließend bezwang die Nummer zwei, Nadal, den kroatischen Daviscupsieger Ivan Ljubicic 6:4,6:2,7:6 (7).

Was Federer noch fehlt

"Es ist ein wunderbares Gefühl, hier im Endspiel zu stehen. Das ist doch für alle ein echtes Traumfinale", freute sich Federer. Dem 24-Jährigen, der nun bei 27 Siegen in Grand-Slam-Turnieren in Serie hält, bietet sich nun in der Neuauflage des Halbfinales vom Vorjahr die Chance, seine imposante Sammlung an Grand-Slam-Titeln zu komplettieren. Der Sieg auf dem roten Sand von Roland Garros ist der einzige, der dem aktuellen Titelträger von Wimbledon, den US Open und den Australian Open noch fehlt und den er braucht, um den "Roger Slam" zu komplettieren.

Sollte er diese Lücke in seinem achten Anlauf in Paris schließen, wäre Federer das sechste Mitglied im exklusiven Zirkel jener Profis, die alle vier Grand-Slam-Turniere mindestens einmal gewonnen haben. Bisher gelang das nur Andre Agassi, Donald Budge (echter Grand Slam 1938), Roy Emerson, Rod Laver (echte Grand Slams 1962 und 1969) und Fred Perry.

Chance auf Revanche für den Schweizer

Zudem hat der Schweizer gleich mehrere Rechnungen mit dem nun in 59 Spielen auf Sand ungeschlagenen Nadal offen. Der Mallorquiner führt in der persönlichen Bilanz mit 5:1. In diesem Jahr standen sich die zwei Ausnahmeathleten bereits dreimal in einem Finale gegenüber, dreimal gewann Nadal - zuletzt in einem packenden Fünfsatz-Krimi in Rom.

Auch gegen Ljubicic demonstrierte der 20-Jährige Spanier seine Klasse. Der Kroate, der bisher nur ungesetzte Gegner vorgesetzt bekommen hatte, war im ersten Grand-Slam-Halbfinale seiner Karriere chancenlos. Der Favorit setzte den 27-Jährigen permanent unter Druck und verwandelte nach 2:49 Stunden den dritten Matchball.

Nalbandian musste aufgeben

Um am Sonntag den Court als Sieger zu verlassen, darf sich Federer im Gegensatz zu seinem Halbfinale keine Schwäche leisten. Gegen Nalbandian hatte der Schweizer im ersten Satz überhaupt nicht zu seinem Rhythmus gefunden, gab zwei Mal sein Aufschlag-Spiel ab und verlor bereits nach 30 Minuten den ersten Durchgang. "Ich kann mir nicht erklären, warum ich so schlecht angefangen habe", sagte Federer. "Ich war fast etwas schockiert von meiner Leistung."

Doch beim Stand von 6:3,4:6,2:5 aus seiner Sicht warf der Argentinier wegen Problemen mit der Bauchmuskulatur das Handtuch. "Ich hatte große Schmerzen und konnte nicht mehr aufschlagen", sagte Nalbandian. Nach 98 Minuten schritt er zum Netz, gab Federer die Hand und wünschte ihm viel Glück fürs Finale. "Das ist natürlich sehr sehr bitter für ihn. Er hat bis zu seiner Aufgabe ein perfektes Match gespielt", sagte Federer, der bisher rund fünf Stunden weniger auf dem Platz stand als Nadal. (APA/dpa/SIZ)

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    Roger Federer und Rafael Nadal kämpfen um den zweiten Grand Slam-Titel des Jahres.

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