Österreichische Fonds-Investoren verdienten zu Jahresanfang noch gut

26. Juni 2006, 08:39
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Nationalbank: Kapital in inländischen Investmentfonds vermehrte sich im 1. Quartal um 4,5 Prozent - Österreicher hatten Ende März 139 Mrd. Euro in inländischen Fonds liegen

Wien - Anleger in inländischen Investmentfonds haben in den ersten drei Monaten des laufenden Kalenderjahres ihre Vermögen um 4,5 Prozent gesteigert - etwa gleich stark wie in den ersten drei Monaten des erfolgreichen Anlagejahres 2005. Dies teilte die die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Freitag mit. Diese Entwicklung dürfte im zweiten Quartal angesichts der jüngsten Kurseinbrüche an den internationalen Börsen aber kaum weitergegangen sein.

Insgesamt waren per Ende März 138,9 Mrd. Euro in 2.126 inländischen Investmentfonds veranlagt. Der Löwenanteil - knapp 64 Prozent oder 88,42 Mrd. Euro - lag in festverzinslichen Rentenwerten, nur gut ein Fünftel bei Aktien und Beteiligungspapieren (28,4 Mrd. Euro). Ausländische Investmentzertifikate und sonstige Vermögensanlagen machten zusammen gut 15 Prozent der veranlagten Summe (rund 21 Mrd. Euro) aus, in Immobilienfonds lagen Ende März nur knapp 1,3 Mrd. Euro.

In den Ländern der Währungsunion - ohne Österreich - waren 67,60 Mrd. Euro (48,7 Prozent) veranlagt, in Ländern der übrigen Welt 39,27 Mrd. Euro (28,3 Prozent) und im Inland 32,04 Mrd. Euro (23,1 Prozent). Nur 2 Prozent des Vermögensbestandes waren direkt in österreichische Aktien und Beteiligungspapiere investiert.

Das Ansteigen des Werts aller Fonds 4,5 Prozent oder knapp 6 Mrd. Euro war laut Nationalbank zum Großteil auf Neuinvestitionen (4,5 Mrd. Euro) sowie zu 2,2 Mrd. Euro auf Kursgewinne zurückzuführen (770 Mio. Euro an Ausschüttungen werden abgezogen).

Wertzuwachs bei Aktienfonds

Der Wertzuwachs stammte praktisch ausschließlich von den Aktienfonds (+ 7,6 Prozent), während sich der Wert der Rentenfonds wegen der steigenden Zinsen um ein Prozent verringerte. Neu investiert wurde sowohl bei Aktien als auch bei Renten bevorzugt im Ausland, schreibt die OeNB in ihrem Bericht. Das Volumen der österreichischen Aktien konnte mit 13 Prozent zwar auch deutlich zulegen, die Steigerung wurde aber "nahezu zur Gänze durch die sehr gute Performance des österreichischen Aktienmarkts im 1. Quartal 2006 (ATX +12,9 Prozent) erzielt".

Einen Ausblick auf das zweite Quartal geben die OeNB-Statistiker naturgemäß nicht. Angesichts weiter steigender Zinsen und des Kursverfalls am internationalen Parkett und besonders stark auch in Österreich - der ATX verlor in den vergangenen fünf Wochen etwa 20 Prozent - scheinen satte Gewinne wie zum Jahresstart freilich kaum möglich. (APA)

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