Schweden klarer Favorit gegen T&T

10. Juni 2006, 20:22
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Im Duell mit WM-Debütanten spricht alles für die Skandinavier - Teamchef Lagerbäck: "Gegner ist Außenseiter" - Larsson: "Der Titel wäre Traum"

Dortmund - Das schwedische Fußball-Nationalteam geht als haushoher Favorit in sein WM-Auftaktspiel am Samstag (18 Uhr) in Dortmund gegen die Karibik-Kicker aus Trinidad und Tobago. Selbst Coach Lars Lagerbäck erklärt unumwunden, dass er von einem Sieg überzeugt sei: "Sie sind die Außenseiter." Sorgen bereiten dem Team aus dem kleinsten Land, das sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert hat, vor allem die "Großen Drei" im Angriff der Skandinavier.

Henrik Larsson von Champions-League-Sieger FC Barcelona, Fredrik Ljungberg vom CL-Finalisten Arsenal London und Juventus Turins Zlatan Ibrahimovic erzielten 20 der 30 schwedischen Treffer in der WM-Qualifikation. Ibrahimovic tönte aber: "Trinidad und Tobago muss nicht nur Angst vor den Top-Stürmern haben, sondern vor der ganzen Mannschaft." Bis auf Stammtorhüter Andreas Isaksson, der wegen einer Gehirnerschütterung von John Alvbage oder Rami Shaaban vertreten wird, treten die Skandinavier nämlich in Bestbesetzung an.

Auch die Erfahrung von zehn WM-Teilnahmen spricht ganz klar für das "Tre Kronor"-Team, das sich 2002 in der äußerst starken Gruppe mit England, Argentinien und Nigeria durchsetzte, und bei der EM vor zwei Jahren unglücklich gegen die Niederlande im Elfmeterschießen ausschied. Keine andere WM-Mannschaft ist mit so vielen Spielern nach Deutschland gereist, die schon 2002 dabei waren. Allen voran Larsson, der in seinem bisherigen 89 Länderspielen 35 Mal traf. "Der Titel wäre ein Traum", erklärte der 34-Jährige, der in der nächsten Saison wieder in seiner Heimat spielen wird.

"Wir spielen alle in höheren Ligen, da gibt es einen Klassenunterschied", erklärte Ibrahimovic, der seine Formkrise mit Extraschichten im Training in Bremen überwunden haben will. "Ich fühle mich gut, bin ausgeruht und will nicht mehr klagen", erläuterte der 24-Jährige, der sich selbst mehr in die Verantwortung nimmt als vor vier Jahren in Japan und Südkorea. "Ich genieße es, im Team zu sein und bringe mich jetzt noch mehr ein als bei meiner ersten Weltmeisterschaft." Der in Malmö geborene Sohn bosnischer Einwanderer hofft, dass der Knoten gegen den Außenseiter platzt, und er an seine acht Treffer in der Qualifikation anknüpfen kann.

Doch sein Trainer Lagerbäck warnte davor, den ersten Gegner zu unterschätzen: "Er ist schwer auszurechnen", befand der Coach des Dreikronen-Teams, der vor allem vor seinem Gegenüber Leo Beenhakker großen Respekt hat. "Er hat einen tollen Job gemacht, sich mit dem Team überhaupt zu qualifizieren", so Lagerbäck. Der Niederländer übernahm die Auswahl des kleinen Karibikstaates mit nur einem Punkt in der WM-Qualifikation im April 2005 und brachte der stürmenden Elf die Defensivarbeit nahe. Er reaktivierte aber auch den erfahrenen Stürmer Dwight Yorke (34), der früher mit Manchester United für Furore sorgte und nun in Sydney spielt, sowie den Spielmacher Russell Latapy (37).

"Normalerweise müsste Schweden stärker sein, aber was ist im Fußball schon normal", fragte Beenhakker, der seine Spieler sogar zu ohrenbetäubender Reggae-Musik trainieren lässt. "Fußball wird nicht nur in Deutschland, Niederlande und England gespielt. Ich respektiere die Kultur anderer Länder." Für seine Spieler sei es schon ein Traum, hier zu sein. "Jeder zählt die Stunden bis zum Spiel. Sie werden mit einem Lächeln einlaufen und bis zum Umfallen kämpfen." Torwart Kelvin Jack, der Topstürmer wie Ibrahimovic bisher nur aus dem TV kennt, will die Schweden ärgern. Auch deren Stars seien nur menschliche Wesen, "und wenn wir das Richtige machen, können wir sie ein bisschen durcheinander bringen".(APA/AP/dpa/Reuters/AFP)

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    Die schwedischen Fans sind schon vor Ort.

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