Iran will einen Auftakt-Punkt

11. Juni 2006, 20:04
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Für Mexiko zählt am Sonntag nur ein Sieg, man glaubt sogar an den Finaleinzug - Iraner wollen unter die Top Acht

Nürnberg/Wien - Irans Fußball-Nationalteam will im WM-Auftaktspiel am Sonntag in Nürnberg (ab 18 Uhr) gegen Gruppenfavorit Mexiko zumindest einen Punkt holen. Damit soll bei der dritten Endrunden-Teilnahme nach 1978 und 1998 die Basis für den erstmaligen Achtelfinal-Einzug gelegt werden. WM-Dauergast Mexiko (12 Teilnahmen) hat dagegen im Auftaktmatch gegen den dreifachen Asien-Meister fix drei Punkte eingeplant, denn er will in Deutschland ebenfalls einen neuen Meilenstein setzen.

Auch das Drama um Standard-Torhüter Oswaldo Sanchez soll die Mittelamerikaner nicht davon abbringen, erstmals außerhalb der Heimat (1970 und 1986) zumindest ein WM-Viertelfinale zu erreichen. Der Schlussmann war nach dem plötzlichen Tod seines 55-jährigen Vaters nach Mexiko zurückgeflogen, soll aber bereits wieder am Samstag zum Team stoßen. Falls sein psychischer Zustand es zulässt, wird ihn der argentinische Trainer Ricardo La Volpe auch aufstellen. Die Mexikaner möchten das komplette WM-Turnier dem verstorbenen Felipe Sanchez widmen.

"Die Vergangenheit interessiert uns nicht, wie sind hier um Geschichte zu schreiben. Im Confederations Cup im Vorjahr haben wir mit dem Sieg über Brasilien und dem Halbfinal-Einzug bewiesen, was wir können. Wenn wir unser Optimum abrufen können, dann ist für uns sogar das Finale möglich", tönte Mexikos Mittelfeldspieler Pavel Pardo vor dem Iran-Match, für das er einen vollen Erfolg versprach. "Denn ein Sieg am Sonntag ist der erste Schritt ins Achtelfinale."

Während im gesamten mexikanischen Kader nur vier Legionäre stehen, setzt Irans kroatischer Coach Branko Ivankovic in Deutschland vor allem auf die Stärke seiner vier Bundesliga-Kicker Ali Karimi (Bayern München), Mehdi Mahdavikia (Hamburger SV), Vahid Hashemian (Hannover 96) und Fereydoon Zandi (1. FC Kaiserslautern), dessen Einsatz im Auftaktspiel nach einer Grippe allerdings fraglich war. "Die deutschen Legionäre sind extrem wichtig für uns. Auf Grund ihrer Erfahrung sollen sie in die Rolle der Schlüsselspieler schlüpfen", hofft Ivankovic.

Das "magische Bundesliga-Viereck" soll "Goleador", Rekordteamspieler (147 Einsätze) und Kapitän Ali Daei, der fünf Jahre lang in Deutschlands höchster Spielklasse (Arminia Bielefeld, Hertha BSC Berlin und Bayern München/Meister 1999) aktiv war, mit Idealvorlagen füttern. Zuletzt gab es zwar Diskussionen um den Torriecher des 1,90 m großen Stürmers von Saba Battery Teheran, doch der ist überzeugt, dass er trotz seiner 37 Jahre noch immer mit den Jungen mithalten kann und verweist dabei auf seinen FIFA-Weltrekord: 109 Team-Tore hat er bereits für die iranische Auswahl erzielt, neun davon allein in der asiatischen WM-Quali.

"Ich schaue vielleicht alt aus, aber auf dem Spielfeld fühle ich mich noch immer jung", betonte Daei, der vom "besten WM-Team in der Geschichte der Islamischen Republik" spricht und sich deshalb nicht mit einer Achtelfinal-Teilnahme zufrieden geben will. "Wir werden Schritt für Schritt machen. Unser erstes Ziel ist natürlich die zweite Runde, doch danach wollen wir auch noch den Sprung unter die letzten acht Teams schaffen."

Auch Ivankovic ist überzeugt, dass sein Team Großes leisten kann. "Wir sind nicht hierher gekommen, um nur dabei zu sein. Wir wissen, dass wir jeden Gegner schlagen können", kündigte der Kroate an. Bisher gab es nur ein einziges Duell der beiden Teams: Anfang 2000 gewannen die Mexikaner ein Freundschaftsmatch 2:1. Schauplatz war übrigens Oakland, also ausgerechnet eine Stadt von Irans politischem Erzfeind USA, der diesmal erst frühstens im Halbfinale als Gegner von Daei und Co. fungieren könnte.(APA/Reuters)

MEXIKO - IRAN (Nürnberger Stadion, 18 Uhr, Schiedsrichter: Roberto Rosetti/Italien):

Mexiko: 1 O. Sanchez oder 12 Corona - 3 Salcido, 4 Marquez, 5 Osorio, 15 Castro - 6 Torrado, 7 Naelson, 8 Pardo, 14 Pineda - 9 Borgetti, 10 Franco Fraglich: Oswaldo Sanchez (Todesfall in Familie)

Iran: 1 Mirzapour - 13 Kaebi, 4 Golmohammadi, 20 Nosrati, 5 Rezaei - 2 Mahdavikia, 6 Nekonam, 14 Teymourian oder 7 Zandi - 8 Karimi - 9 Hashemian, 10 Daei Fraglich: Zandi (Muskelprobleme)

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    Mexikos Spieler bei abschließender Pressekonferenz.

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