Theater Ecce: Russisches zum zehnjährigen Jubiläum

16. Juni 2006, 12:16
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Dostojewskij und Bulgakov auf dem Programm

Salzburg - Das Salzburger Theater Ecce feiert heuer sein Zehn-Jahres-Jubiläum, und zwar mit russischer Literatur. Am 20. September wird die Erfolgsproduktion "Schuld und Sühne" von Dostojewskij vom Vorjahr wieder aufgenommen, und am 19. Oktober ist die Premiere von Michail Bulgakovs "Hundeherz", der ersten Neuproduktion der Saison 2006/2007. Ende November wird das freie Theater ein Stück nach Motiven russischer Märchen unter dem Titel "Feuervogel" herausbringen.

In sämtlichen Produktionen des Theater Ecce sind nicht nur professionelle Schauspieler aus einer Reihe von anderen Theatern beschäftigt, sondern auch geistig oder psychisch beeinträchtigte Künstler. Gruppen wie "Die blauen Hunde" oder "Grünspan 69" begleiten das Theater Ecce seit Jahren und haben auch in den Großproduktionen der vergangenen Jahre wie "Das Leben ist ein Traum" von Calderon de la Barca, "Romeo und Julia" von Shakespeare oder "Don Quijote" von Miguel Cervantes eine zentrale Rolle gespielt. Das Theater Ecce ist zudem Mitinitiator der in Salzburg erfolgreichen Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur", bei der in Armut Geratene mit eigens ausgestellten Pässen gratis Zugang zu Kulturveranstaltungen erhalten.

Absage an "Verbesserung" des Menschen

"Bulgakovs 'Hundeherz', unsere zentrale Neuproduktion im Herbst 2006, ist eine bizarre Groteske aus dem Jahr 1925, mit der der Autor der Eugenik und jeder Art von 'Verbesserung des Menschen' - inklusive Gehorsam - eine Absage erteilt", wie Theater Ecce-Leiter Reinhold Tritscher bei der Programmpräsentation erläuterte. Nach Hundeherz und Feuervogel wird "Der Traum eines lächerlichen Menschen" von Dostojewskij wieder aufgenommen, dann kommt "Himmelreichgasse 13b", ein mit Grünspan 69 erarbeitetes Stück über die Vorgänge in einem durchschnittlichen Wohnhaus. Auch ein Film ist geplant.

Obwohl im Jahresbudget 2006/2007, das mit 180.000 Euro inklusive optimistisch gerechneter Einnahmen für ein Theater denkbar klein ist, noch 20.000 Euro fehlen, geht es dem Theater Ecce wirtschaftlich heuer etwas besser. "Vor allem weil die Stadt die Subventionen erhöht hat und weil die Erste-Sparkasse dem Theater aus ihrem Salzburger-Kulturfonds einen Drei-Jahres-Sponsorvertrag gewährt hat. Die Partner des Theater Ecce sind die österreichisch-russische Gesellschaft, die Sozialvereine "LAUBE" und "Lebenshilfe" sowie die österreichische Armutskonferenz. (APA)

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