Sieben Tote bei Anschlägen im russischen Nordkaukasus

14. Juni 2006, 15:26
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Anschlag auf Polizeikommandant und Beamtin in Inguschetien - Inguschetische Führung: Anfreifer wollen Lage destabilisieren

Moskau - Bei zwei Anschlägen in der unruhigen russischen Teilrepublik Inguschetien im Nordkaukasus sind am Freitag sieben Menschen getötet worden. Unbekannte beschossen in dem Ort Karabulak das Auto des örtlichen Kommandant der Sonderpolizeitruppe OMON, Mussa Nalgijew, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Außer Nalgijew seien seine drei Kinder, sein Bruder und der Chauffeur getötet worden. Bei dem zweiten Anschlag töteten die Extremisten in dem Ort Ordschonikidsewskaja eine Beamtin der Kreisverwaltung, die eine russischsprachige Schule besuchte.

Die Angreifer wollten die Lage in Inguschetien, das neben Tschetschenien liegt, destabilisieren, erklärte die inguschetische Führung nach Angaben der Agentur Interfax. Am 17. Mai war der stellvertretende Innenminister Dschabrail Kostojew ermordet worden. Im Juni 2004 hatten tschetschenische und einheimische Rebellen unter dem Kommando des Terroristenführers Schamil Bassajew in Inguschetien in einer Nacht mehr als 90 Polizisten und Regierungsbeamte umgebracht.

Die Lage in Inguschetien hat sich nach Einschätzung russischer Menschenrechtler verschlechtert, seit Präsident Wladimir Putin 2003 den anerkannten Chef der Teilrepublik, Ruslan Auschew, durch den Geheimdienstgeneral Murat Sjasikow ersetzen ließ. Danach begannen in Inguschetien nächtliche Polizeiaktionen und Verschleppungen, wie sie zuvor schon in Tschetschenien erbitterte Racheakte des islamistischen Untergrunds hervorgerufen hatten. (APA/dpa)

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