Wiener Grüne fordern Rückkehr des Öffi-Schaffners

20. Juli 2006, 17:34
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Puller: Zur Arbeitsplatzbeschaffung und Konfliktlösung

Die Wiener Grünen greifen eine Idee auf, mit der im Gemeinderatswahlkampf 2005 auch schon BZÖ-Spitzenkandidat Hans-Jörg Schimanek hatte aufhorchen lassen: die Rückkehr des Schaffners in die Wiener Öffis. Die Grüne Gemeinderätin und gelernte Straßenbahnfahrerin Ingrid Puller bezeichnete die Einführung von Zugbegleitern am Freitag in einer Aussendung als Chance zur Arbeitsplatzbeschaffung und zur Abschaffung des Schwarzfahrens.

Außerdem sei der Vorschlag auch eine "ad hoc Lösung" für den Umstand, "dass die öffentlichen Verkehrsmittel immer mehr Zufluchtsort für Menschen am Rand der Gesellschaft sind", so Puller. Dadurch seien Konflikte mit den Fahrgästen vorprogrammiert. Der Einsatz von zusätzlichen Polizisten im Netz der Wiener Öffis sei hingegen eine "Augenauswischerei-Lösung" und billige Wahlwerbung.

Kosten sparen

Durch die Wiederbelebung des Schaffners würden sich die Wiener Linien hingegen die Betreuung von Fahrscheinautomaten und die Kosten sparen, die durch Vandalismus verursacht würden. "Neue Technologien müssen nicht das non plus ultra sein", konstatierte Puller.

Auch BZÖ-Kandidat Schimanek hatte mit einer Eindämmung des Schwarzfahrens für seine Idee geworben und die Einstellung von bis zu 1.500 Personen in den neuen-alten Beruf vorgeschlagen. Der Schaffner wurde bei den Wiener Linien seit den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kontinuierlich abgeschafft. Die letzte Straßenbahn mit Schaffner fuhr 1996 auf der Linie 46. (APA)

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