Japan: Milliardenverluste aufgrund von Schlafmangel

16. Juni 2006, 16:29
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Unaufmerksamkeit und sinkende Produktivität sind die Folge des bislang geförderten Phänomens "karoshi"

Tokio - Unausgeschlafene Mitarbeiter verursachen der japanischen Wirtschaft nach einer wissenschaftlichen Studie jährlich Verluste in Höhe von 3,5 Billionen Yen (24 Milliarden Euro). "Viele Leute denken, wenn man weniger schläft, kann man mehr Zeit mit arbeiten zubringen und produktiv sein - aber das ist ein totales Fehlurteil", sagte der Psychologieprofessor Makoto Uchiyama am Freitag.

Stattdessen verursache Schlafmangel Unaufmerksamkeit und sinkende Produktivität. Auch die Häufigkeit von Unfällen nehme zu. Uchiyama befragte für seine Studie mehr als 3.000 Mitarbeiter eines Chemieunternehmens in Osaka nach ihren Schlafgewohnheiten, Aufmerksamkeit im Job und am Steuer.

In Japan werden jedes Jahr tausende Arbeitnehmer durch Überarbeitung krank oder sterben gar daran. Das durch das japanische Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg geförderte Phänomen der Überarbeitung wird sogar mit einem eigenen Wort bezeichnet, "karoshi". Mit 1.975 Jahres-Arbeitsstunden pro Kopf lag Japan im Jahr 2003 mit an der Weltspitze. (APA)

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    Ausgeschlafene Mitarbeiter sind produktiver, lautet das wenig überraschende Ergebnis einer Studie.

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