Russischer Gaslieferant stellt Lieferungen nach Serbien ein

7. Juni 2000, 18:35

Ursache sind unbezahlte Schulden

Belgrad - Der weltgrößte, russische Erdgasproduzent Gazprom hat seine Gaslieferung nach Belgrad eingestellt. Nachdem zuvor bereits die ungarischen Lieferungen eingestellt worden waren, ist Serbien nun auf seine heimischen Vorräte angewiesen. Diese betragen jedoch lediglich 70.000 Kubikmeter pro Stunde. Die Lieferungen der Gazprom hingegen hatten sich zuletzt auf 200.000 Kubikmeter pro Stunde belaufen. Grund für die Abschaltung sind nach Angaben Belgrads Schulden für russische Gaslieferungen in Höhe von rund 200 Mill. Dollar (224 Mill. Euro/3,08 Mrd. S) bzw. 80 Mill. Dollar für ungarische Exporte.

Die russische Regierung bekräftigt damit Ihren Beschluss, Belgrads Schulden für Gaslieferungen nicht mehr zu nachzusehen - eine Haltung, die gemäß eines Berichts der russischen Regierung einer neuen Konzeption der russischen Außenpolitik entspreche. Das meldete am Mittwoch die Belgrader Presseagentur BETA unter Berufung auf die russische Tageszeitung "Komersant". Moskau scheint damit eine energischere Haltung in der Schuldenfrage einzunehmen.

Gazprom hatte wegen anwachsender Schulden Belgrads in den letzten Jahren bereits mehrmals die Gaslieferungen nach Jugoslawien reduziert. Erst letzte Woche hatten in Moskau Vertreter des serbischen Erdölkonzerns NIS vergeblich versucht, den russischen Geschäftspartner zur Wiederaufnahme der Lieferungen zu bewegen.

(APA)

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