EU-Chefunterhändler Babacan: Türkei muss mit Verzögerungen rechnen

12. Juni 2006, 17:49
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Wegen wachsender Kritik aus Brüssel an schleppendem Reformtempo - Montag könnte Entscheidung fallen

Wien/Ankara - Nach Ansicht des türkischen Wirtschaftsministers und Chefunterhändlers mit der EU, Ali Babacan, wird sich die Türkei auf "mögliche Verzögerungen im Beitrittsprozess" einstellen müssen. Grund sei die wachsende Kritik aus Brüssel am schleppenden Reformtempo, erklärte Babacan nach Angaben der türkischen Online-Zeitung "Zaman".

"Die türkische Wirtschaft ist gegenüber allen Entwicklungen - im In- wie im Ausland - resistent", sagte Babacan bei einer Konferenz. Allerdings müssten sich die Türken auf gelegentliche "Schluckbeschwerden" und Probleme mit der EU einstellen. Die Regierung werde jedenfalls den von ihr eingeschlagenen Weg fortsetzen, mit allen Hochs und Tiefs, mit Beschleunigungen und Verzögerungen, so der EU-Chefunterhändler.

Am nächsten Montag sollen eigentlich konkrete Beitrittsverhandlungen mit der Türkei beginnen, die EU-Staaten waren aber zuletzt uneins über das erforderliche Mandat. Die EU-Kommission hat Ankara zu schnellen Fortschritten bei der Einhaltung von Grundrechten aufgefordert. Zudem gibt es zwischen Brüssel und Ankara Streit über die Öffnung türkischer Häfen und Flughäfen für Zypern. (APA)

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