Anstieg der Lebenserwartung

29. Jänner 2007, 14:42
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Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Wien seit 1980 um 55 Prozent verringert, trotzdem noch immer Haupt-Todesursache

Wien - Positive Geburtenbilanz, Anstieg der Lebenserwartung, verringerte Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen, drastischer Anstieg von Lungenkrebs bei Frauen, hohe Raucherprävalenz unter Jugendlichen - das sind nur einige Ergebnisse des 500 Seiten starken Wiener Gesundheitsberichtes 2004. Der Bericht bietet umfassende Daten aus den Bereichen Demographie, Epidemiologie, Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie Gesundheitsvorsorge. Der neue Gesundheitsbericht steht für alle Interessierten kostenlos im Internet zum Download zur Verfügung.

Positives und Probleme

"Der in den vergangenen Jahren beobachtete positive Trend im Gesundheitszustand der Wiener Bevölkerung setzt sich fort. Erfreulich ist die deutliche Steigerung der Lebenserwartung der Wiener und die Verringerung der Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Der Bericht zeigt aber auch Problemfelder auf, die wir mit gezielten Initiativen zur Gesundheitsförderung in Angriff nehmen werden", betont Gesundheits- und Sozialstadträtin Renate Brauner.

Geburtenbilanz

Mit 16.856 Lebendgeborenen kam es 2004 in Wien erstmals seit 1941 zu einer positiven Geburtenbilanz (+873) sowie zu einem deutlichen Rückgang der Sterbefälle (historischer Tiefstand). Auch die durchschnittliche Anzahl der Kinder pro Frau ist seit 2002 in Wien deutlich gestiegen und betrug 2004 1,42.

Lebenserwartung und Sterblichkeit

Die Lebenserwartung in einer Bevölkerung gilt als globaler Indikator für Gesundheit und soziale Sicherheit. Die Lebenserwartung in Wien stieg auf 81,3 Jahre (Frauen) bzw. 75,7 Jahre (Männer). Auch die Sterblichkeit verringerte sich in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich: Zwischen 1980 und 2004 sank die Sterblichkeit um 40 Prozent.

Vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (- 55 Prozent) und Krebserkrankungen (- 18 Prozent) sind deutliche Verbesserungen zu verzeichnen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind allerdings nach wie vor die Haupttodesursache der Wiener Bevölkerung: 2004 wurde bei fast der Hälfte (46 Prozent) der rund 16.000 verstorbenen Wienerinnen und Wiener als Todesursache eine Herz-Kreislauf-Erkrankung (vor allem Herzinfarkt) angegeben.

Risiken

Als wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt vor allem der Lebensstil, darunter insbesondere das Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes und Übergewicht. Auch psychosoziale Belastungen und körperliche Inaktivität erhöhen das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Brauner: "Durch das sehr gute medizinische Angebot in den Wiener Spitälern und unsere Präventionsanstrengungen konnte die Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich verringert werden. Diese Erkrankungen sind aber noch immer Todesursache Nummer eins und müssen daher weiter mit aller Kraft bekämpft werden. Die Stadt Wien wird ihre Initiativen zur Reduktion der Risikofaktoren wie zum Beispiel 'Ein Herz für Wien' in den kommenden Jahren weiterführen und intensivieren."

Faktor Krebs

Am zweithäufigsten werden von der Mortalitätsstatistik Krebserkrankungen genannt - mehr als jeder vierte Todesfall (27 Prozent) ist auf Krebs zurückzuführen. Für beide Geschlechter stellen bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane (vor allem Darmkrebs) mit jeweils etwa einem Drittel mit Abstand die häufigste Lokalisationen dar. An zweiter Stelle folgt bei den Frauen Brustkrebs (19 Prozent), bei den Männern bösartige Neubildungen der Atmungsorgane (vor allem Lungenkrebs). Zu den häufigsten Todesursachen zählen in weiterer Folge Krankheiten des Verdauungssystems und des Atmungssystems sowie Ernährungs- und Stoffwechselerkrankungen.

Gesundheitsförderung in Wien

Zu den wichtigsten Lebensstil- bzw. Risikofaktoren zählen Rauchen, Alkohol, Ernährung und Bewegung. Das Wiener Gesundheitsamt führt jedes Jahr 6.000 bis 7.000 Vorsorgeuntersuchungen durch und wertet die Ergebnisse nach Diagnosen, Geschlecht, Alter und Bildungsschicht aus. Die Ergebnisse zeigen, dass lebensstilbedingte Störungen, wie erhöhte Blutfettwerte (und damit erhöhte Risikofaktoren für Arteriosklerose) sowie Übergewicht, Leberzellschäden und pathologische Lungenfunktion die häufigsten Diagnosen darstellen.

Mehr als ein Viertel der untersuchten Wienerinnen und Wiener weist einen Body-Mass-Index (BMI) über 27 auf. Männer sind dabei in allen Altersgruppen und Bildungsschichten stärker von Gewichtsproblemen betroffen als Frauen.

Vorsorge

Die Stadt Wien bietet für die Bevölkerung umfangreiche Präventionsangebote an wie zum Beispiel Elternberatungsstellen, Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen, Impfberatung und Impfungen, Gesundenuntersuchungen, telefonische Beratung am Wiener Gesundheitstelefon, persönliche Beratung im Rahmen der Wiener Gesundheitsberatung, das Herz-Kreislauf-Präventionsprogramm "Ein Herz für Wien" oder auch spezielle Initiativen für Mädchen und Frauen (Beratung bei Essstörungen, Schwangerschaft, Brustkrebsvorsorge u.v.m.). Beratung und Information bieten auch zwei Frauengesundheitszentren (Semmelweisklinik, Kaiser-Franz-Josef-Spital) und ein Männergesundheitszentrum (Kaiser-Franz-Josef-Spital). (red)

Links

Download Gesundheitsbericht 2004

Beratung bei "Lungenfragen"

Raucherinformation
MA 15
Tel. 4000/80 15

Infos zur Rauchentwöhnung Wiener Gesundheitsberatung des Fonds Soziales Wien in der Guglgasse
Tel. 4000/66 730

Info über Anlaufstellen und Beratungsein­richtungen
Wiener Gesundheitstelefon
Tel. 533 28 28

  • Positiver Trend bei der Gesundheit der Wiener
    foto: donau-universität krems/müller

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