Wien: Erste positive Geburtenbilanz seit 1941

9. Juni 2006, 13:27
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Laut Gesundheitsbericht 2004 ist Lebenserwartung gestiegen - Immer mehr weibliche Jugendliche rauchen

Wien - Die Bundeshauptstadt Wien kann nach langer Zeit erstmals wieder eine positive Geburtenbilanz vorweisen: 16.856 Babys erblickten im Jahr 2004 das Licht der Welt. Das sind um 873 mehr als Sterbefälle registriert wurden. Eine positive Bilanz hat es seit 1941 nicht mehr gegeben. Die Zahlen stammen aus dem Gesundheitsbericht für das Jahr 2004, der nun erschienen ist.

Neben der guten Nachricht in Sachen Geburten ist auch ein Anstieg der Lebenserwartung zu verzeichnen: Sie stieg auf 81,3 Jahre (Frauen; 2003: 80,5) bzw. 75,7 Jahre (Männer; 2003: 75). Auch die Sterblichkeit verringerte sich demnach in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich. Zwischen 1980 und 2004 sank sie um 40 Prozent. Vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (minus 55 Prozent) und Krebserkrankungen (minus 18 Prozent) sind deutliche Verbesserungen zu verzeichnen.

Herzinfarkt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind allerdings nach wie vor die Haupttodesursache der Wiener Bevölkerung: 2004 wurde bei fast der Hälfte (46 Prozent) der rund 16.000 verstorbenen WienerInnen als Todesursache eine Herz-Kreislauf-Erkrankung - vor allem Herzinfarkt - angegeben. Als wesentliche Risikofaktoren gelten hier etwa Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bluthochdruck oder Übergewicht.

Am zweithäufigsten werden von der Mortalitätsstatistik Krebserkrankungen genannt - mehr als jeder vierte Todesfall (27 Prozent) ist darauf zurückzuführen. Für beide Geschlechter stellen bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane (vor allem Darmkrebs) mit jeweils etwa einem Drittel mit Abstand die häufigste Lokalisationen dar. An zweiter Stelle folgt bei den Frauen Brustkrebs (19 Prozent), bei den Männern bösartige Neubildungen der Atmungsorgane (vor allem Lungenkrebs).

Immer mehr Mädchen rauchen

Problematisch gestaltet sich demnach vor allem die Entwicklung in Sachen Rauchen: Lungenkrebs ist laut Gesundheitsbericht 2004 bei Männern die dritthäufigste Krebsart (20 Prozent), bei Frauen inzwischen die vierthäufigste (10 Prozent). Vor allem immer mehr Jugendliche rauchen: Fast die Hälfte der Wiener Schülerinnen sowie über 30 Prozent der Wiener Schüler greifen regelmäßig zur Zigarette.

In einer Aussendung des Büros der Wiener Gesundheitsstadträtin Renate Brauner (S) wurde am Freitag auf das Angebot des RaucherInnentelefons verwiesen: Unter 0810-810-013 bekommen AnruferInnen von GesundheitspsychologInnen professionelle Information rund ums Nichtrauchen. Das RaucherInnentelefon ist täglich von 15.00 bis 18.00 Uhr besetzt. Die Betreuungsinhalte gehen von Infos zu Nikotinabhängigkeit und Gesundheitsrisiko bis hin zu erprobten Strategien zum Rauchstopp. (APA)

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