DNA-Test bestätigt fatale Verwechslung zweier Jugendlicher

11. Juni 2006, 21:25
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Der totgeglaubte Bosnier ist der Überlebende

Klagenfurt - Jetzt ist es hundertprozentig: Eine DNA-Analyse ergab zweifelsfrei, dass es sich bei dem Überlebenden eines Verkehrsunfalls in Klagenfurt um einen 17-jährigen Bosnier handelt. Das gab der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Gottfried Kranz, am Freitag bekannt. Bis vor Kurzem war man noch davon ausgegangen, dass der Bosnier bei dem Unfall ums Leben gekommen war und ein mitgefahrener Kärntner überlebt hätte.

Zur tragischen Verwechslung war es nach einem Unfall in Klagenfurt gekommen. Der führerscheinlose Unglückslenker war, so ergaben die Ermittlungen der Polizei, am Abend des 4. Februar dieses Jahres mit dem Auto einer Bekannten mit weit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen. Er verlor die Herrschaft über das Fahrzeug und krachte ungebremst gegen eine Hausmauer.

Fataler Unfall

Das Auto wurde dabei derart zerstört, dass man nicht einmal mehr die Marke feststellen konnte. Die Feuerwehr schnitt das Wrack auf, um den Lenker und einen der Beifahrer herauszuholen. Bevor die Opfer auf der rechten Seite geborgen werden konnten, musste das Wrack mit einem Kran von der Mauer weggezogen werden.

Insgesamt hatten sich vier Burschen in dem VW Passat befunden. Zwei von ihnen starben, ein dritter schwebte tagelang in Lebensgefahr und lag danach wochenlang im Koma. Erst als er aufwachte, wurde die Verwechslung bekannt.

Die Eltern des Bosniers hatten nach Bekanntwerden der schier unglaublichen Geschichte am Mittwoch dieser Woche ihren vermeintlich toten Sohn in der Klinik Hermagor besucht und zweifelsfrei erkannt. Bis dahin hatten Vater und Mutter geglaubt, ihren Sohn in Bosnien begraben zu haben. Stattdessen war in dem Sarg der Leichnam des 18-jährigen Kärntners. Dessen Eltern, die noch vor Kurzem glaubten, dass ihr Sohn lebe, müssen sich nun um die Rückführung der sterblichen Überreste ihres Kindes von Bosnien nach Österreich bemühen.(APA)

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