Drahtzieher in anderem Verfahren angeklagt

12. Juni 2006, 16:20
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Hauptverdächtiger soll im Juli wegen Betrugs und Untreue in Wels vor dem Richter stehen

Der mutmaßliche Drahtzieher der illegalen Zigarettenfabrik im Salzburger Thalgau, Richard St., soll bei der oberösterreichischen Justiz kein unbeschriebenes Blatt sein. Der Mann ist auch in einem Wirtschaftsverfahren Hauptverdächtiger, das seit Mitte der achtziger Jahre mit Unterbrechungen am Landesgericht Wels anhängig ist, berichtet das "Wirtschaftsblatt" in seiner Freitagausgabe.

"Es geht um schwere Untreue, betrügerische Krida, fahrlässige Krida, schweren gewerbsmäßigen Betrug", zitierte Richter Anton Sturm vom Landesgerichts Wels in der Zeitung aus der Anklage, die aus dem Jahr 1997 stammt. Dazu kämen noch andere strafrechtliche Vorwürfe, unter anderem nach dem Finanzstrafgesetz. Anfang Juli 2006 soll die Hauptverhandlung stattfinden.

Gelder entnommen

Konkret geht es laut Zeitungsbericht um den mutmaßlich betrügerischen Zusammenbruch eines Welser Fensterherstellers sowie einer Isolierglasfirma im Bezirk Linz-Land. St. soll Gelder aus der Firma entnommen und auf Konten einer anderen Firma überwiesen haben, ohne dass es Gegenleistungen dafür gegeben haben soll. Im Fall der Isolierglasfirma steht auch ein "Scheinkauf von Maschinen" im Mittelpunkt. Es soll um viele Millionen Schilling Schaden gehen.

Strafanzeige

Die Strafanzeige gegen St. und zwei weitere Personen wurde im Oktober 1985 eingebracht. Dem Vernehmen nach soll das Verfahren aber wegen Verhandlungsunfähigkeit der Beschuldigten immer wieder unterbrochen worden sein. Im April 2006 sei ein Verhandlungstermin geplatzt, weil Richard St. die Ladung nicht zugestellt werden konnte.

"Mein Mandant stellt die Vorwürfe mit aller Entschiedenheit in Abrede", sagte sein Verteidiger zum Wirtschaftsblatt. "Was aus dem Verfahren herauskommt, steht in den Sternen." Aber man könne davon ausgehen, dass sein Mandant bei der Hauptverhandlung anwesend sein wird. (APA)

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