Ruin-Festival: Baustellenlärm einmal anders

9. Juni 2006, 11:45
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Namen aus dem Be­reich der Elek­tronik, der Avant­garde und solche, die sich konsequent aller Schub­ladi­sie­rungen ent­ziehen

Wien – Der "Do-it-yourself"- Gedanke, der im Punk geboren und im Techno global umgesetzt wurde, bedingt längst nicht nur eine Flut von Musikern und Produzenten.

Um in einem immer mehr von rein ökonomischen Überlegungen geprägten Pop-Festival-Zirkus auch einmal die Musik hören zu können, die man selbst hören möchte, die blöderweise aber nicht gleich zehntausende Besucher und die üblich verdächtigen Sponsoren wie die Fliegen anzieht, inszenieren deshalb kleine Szenen längst selbst ihre eigenen Klein- und Kleinst-Festivals. Das ab heute auf der Bahnhofbaustelle Praterstern ausgetragene Ruin-Festival ist so eines.

Inszeniert von Peter Nachtnebel sowie einigen ergebenen Idealisten und also unter selbstausbeuterischen Rahmenbedingungen bereits zum zweiten Mal verwirklicht, versammelt Ruin (sic) Namen aus dem Bereich der Elektronik, der Avantgarde, dem ewig renitenten Hardcore und solche, die sich konsequent aller Schubladisierungen entziehen. Der Untertitel des Festivals ist Programm: "Festival For Abstract Beats And Extreme Music".

Zu den antretenden "Extremisten" zählt etwa die phänomenale britische Noise-Band Sand, die nicht gerade für ihre philanthropischen Texte bekannten deutschen Götter der harten, aber ungerechten Vernunft, die genialischen Mutter oder etwa der amerikanische Multimedia-Künstler und Musiker Tony Conrad.

Neben diesen internationalen Acts, die sich sonst nur selten nach Österreich verirren, treten auch heimische Musiker an und auf: Etwa Reflector aus Graz, die dröhnend zähen Metal spielen, oder der Wiener Lars Stigler, der seine elegischen, nachtschwarzen Ambientstudiensic live präsentieren wird.

Von
Karl Fluch

Ruin-Festival
9.–11. Juni
1020 Wien
U2-Baustelle Praterstern
Bauabschnitt P.

Detailliertes Programm:
www.ruin.at
  • Artikelbild
    foto: ruin.at
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