Finnische Bärenhunde auf Suche nach "JJ1"

15. Juni 2006, 21:38
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Hundestaffel soll am Samstag im Karwendelgebirge starten

Innsbruck - Eine finnische Bärenhundestaffel wird sich laut Angaben des Landes Tirols voraussichtlich schon am Samstag an die Fersen des zuletzt in der Nähe von Scharnitz im Tiroler Karwendelgebirge gesichteten Braunbären "JJ1", alias "Bruno", heften. Laut der Artenschutzorganisation WWF könnte sich das Eintreffen der "Karelischen Bärenhunde" wegen organisatorischer Probleme in Zusammenhang mit dem Einfliegen aus Finnland aber noch bis Anfang nächster Woche verzögern.

Laut der Fluggesellschaft hätten die vier Hunde nämlich früher angemeldet werden müssen, erklärte die Sprecherin des WWF. Man hoffe aber dennoch auf eine baldige Lösung des Problems. Aus der Abteilung für Landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei hieß es, dass die vier Hunde eingesetzt werden können, wenn man ungefähr wisse, wo sich der Bär aufhalte. Nur dann können die Tiere nämlich die Spur des Bären aufnehmen. Die Hunde würden "Bruno" dann umkreisen, aber nicht anfallen. Mit einem Narkosegewehr werde man den Bären dann betäuben, so der Plan.

Alarm

Zuletzt sei der Bär am Donnerstag in der Nähe von Scharnitz (Bezirk Innsbruck-Land) in einem Talkessel gesichtet worden, erklärte der WWF. Nach einer Alarmbenachrichtigung durch die Polizei habe man sich mit Bärenfallen sofort dorthin begeben- doch das Tier war schon wieder über alle Berge. "So nahe waren wir ihm noch nie!", erklärte die WWF-Sprecherin. An Gerüchten, denen zufolge "Bruno" schon wieder ein Schaf gerissen haben soll, sei höchstwahrscheinlich nichts dran.

Auch ein unscharfes Foto, welches den Bären angeblich in der Schlick im Stubaital, zeige, sei beim Land per E-Mail eingetroffen. Dieses Foto dürfte wahrscheinlich aber nicht echt sein, hieß es aus der Abteilung für Landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei.

Am Freitag habe es eine Besprechung aller zuständigen Behörden, der Jäger und des WWF gegeben, bei der die weitere Vorgangsweise festgelegt wurde. Dem Auftrag, die finnische Bärenhundestaffel zum Einsatz zu bringen, wurde offiziell zugestimmt sowie alle nötigen Genehmigungen für die Eingreiftruppe eingeholt. (APA)

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