Wifo: Heimische Wirtschaft wuchs um 0,6 Prozent

7. Juli 2006, 11:11
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Vor dem Hintergrund internationaler Konjunkturbelebung entwickelten sich Industrie und Exporte dynamisch - privater Konsum stabil

Wien - Österreichs Wirtschaft ist im ersten Quartal 2006 gegenüber dem Vorquartal real und saisonbereinigt um 0,6 Prozent gewachsen nach 0,7 Prozent im vierten Quartal 2005. Im Jahresabstand betrug das Wachstum 3 Prozent. Es standen allerdings zwei Arbeitstage mehr zur Verfügung, geht aus der heute, Freitag, veröffentlichten revidierten Quartalsrechnung des Wirstschaftsforschungsinstitutes (Wifo) hervor.

Vor dem Hintergrund der internationalen Konjunkturbelebung haben sich Industrie und Exporte dynamisch entwickelt, die Anzeichen für eine Belebung der Investitionen nehmen zu. Der private Konsum stabilisierte sich, teilte das Wifo weiter mit.

Sachgütererzeugung

Kräftige Impulse kamen laut den Wirtschaftsforschern erneut von der Sachgütererzeugung (+0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal), wenn auch etwas schwächer als in der Vorperiode (real +1,3 Prozent). Die Exportkonjunktur gewann im 1. Quartal merklich an Schwung: Die Zunahme der Exporte i. w. S. verstärkte sich gegenüber der Vorperiode kräftig (real +1,8 Prozent, 4. Quartal +1,3 Prozent), vor allem der Warenexport entwickelte sich sehr dynamisch (+1,9 Prozent). Auch die Importe i. w. S. nahmen deutlich zu (+1,7Prozent).

Das reale Wachstum des privaten Konsums verstärkte sich hingegen kaum, es betrug wie in den letzten vier Quartalen 0,5 Prozent. Im Vorjahresvergleich erhöhte sich die Zuwachsrate aber auf 2 Prozent. Günstig entwickelten sich die Investitionen: Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen gegenüber der Vorperiode real um 0,9 Prozent, nachdem in den vorangegangenen Quartalen unterdurchschnittliche Werte verzeichnet worden waren. Die Nachfrage nach Ausrüstungsinvestitionen wurde um 0,7 Prozent gesteigert.

Im Mai vermehrt Anzeichen für weitere Aufwärtsentwicklung

Im Mai hat es laut Wifo-Konjunkturtest vermehrt Anzeichen einer weiteren Aufwärtsentwicklung gegeben, die Sachgütererzeuger meldeten so hohe Auftragsbestände wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Freitag weiter mit.

Die Erdölpreise bleiben wegen der verstärkten Nachfrage der asiatischen Länder sowie der Angebotsengpässe angesichts politischer Unsicherheiten auf hohem Niveau und volatil. Bedingt durch eine erneute Verteuerung von Wohnungsaufwand und Energie war die Inflationsrate in Österreich im April mit 1,6 Prozent merklich höher als in den Monaten zuvor.

Mit der Konjunkturerholung wurden Beschäftigung und Stellenangebot ausgeweitet, so das Wifo weiter. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich im Mai auf 211.850 (minus 11.500 gegenüber dem Vorjahr), die Zahl der Personen in Schulungen wurde ausgeweitet. Die Arbeitslosenquote betrug saisonbereinigt laut nationaler Definition 7 Prozent, laut Eurostat 4,9 Prozent.

Stärke der Weltkonjunktur

Die Stärke der Weltkonjunktur beschleunigte im ersten Quartal auch das Wachstum im Euro-Raum, so die Wirtschaftsforscher. Im Vergleich zum Vorquartal stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten drei Monaten saisonbereinigt um 0,6 Prozent nach 0,3 Prozent im 4. Quartal 2005. Besonders kräftig zog die private Nachfrage an.

Auch für den weiteren Jahresverlauf sei die Stimmung im Euroraum von Optimismus geprägt. Die Umfragen der Europäischen Kommission zum Konsumenten- und Industrievertrauen zeigten seit Mitte 2005 einen deutlichen Aufwärtstrend. Der Geschäftsklimaindex lag trotz eines leichten Rückgangs im Mai auf einem historisch hohen Niveau, so die Wirtschaftsforscher. (APA)

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