Rebellen fordern Rückzug der EU-Länder aus Beobachtergruppe

26. Juni 2006, 17:45
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Nachdem Europäische Union LTTE als Terrororganisation eingestuft hatte

Oslo/Colombo - Die tamilischen Rebellen haben einen Rückzug der EU-Mitglieder aus der Gruppe der Waffenstillstandsbeobachter für Sri Lanka gefordert. Die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hätten eine entsprechende Forderung am Donnerstag präsentiert, sagte der norwegische Minister für internationale Entwicklung, Erik Solheim.

Die Europäische Union (EU) hatte die LTTE Ende Mai als Terror-Organisation eingestuft, nachdem die Gewalt in dem Land zuletzt wieder aufgeflammt war. Die Einstufung galt als Schlag ins Gesicht der Gruppe, die sich in den vergangenen Monaten europäischen Vermittlern in dem jahrelangen Konflikt als ernst zunehmende Partner präsentiert hatte. Die Befreiungstiger von Tamil Eelam kämpfen um einen eigenen Staat im Norden und Osten Sri Lankas und zogen sich zuletzt aus den Friedenshandlungen zurück. Sie werfen der Regierung des südasiatischen Inselstaates vor, eine tamilische Splittergruppe zu unterstützen, die für die jüngste Gewalt verantwortlich sei.

Vermittler Norwegen

Der nordischen Gruppe der Waffenstillstands-Beobachter gehören den Angaben zufolge 57 Personen aus den EU-Ländern Schweden, Dänemark und Finnland sowie den Nicht-EU-Mitgliedern Norwegen und Island an. Sollten die Personen aus den EU-Ländern ausscheiden, blieben nur 20 Personen in der Gruppe aus Island und Norwegen übrig, sagte Solheim. Norwegen tritt in dem Konflikt als Vermittler auf. Die EU ist einer der größten Geldgeber Sri Lankas und hat gemeinsam mit den USA, Norwegen und Japan 4,5 Milliarden Dollar (3,53 Mrd. Euro) zur gezielten Unterstützung des Friedensprozesses zugesagt.

Nach einem neuen Gewaltausbruch in Sri Lanka hatten die tamilischen Rebellen und die Regierung des Inselstaates ihre Gespräche in Oslo am Donnerstag abgesagt. Thema sollte die Sicherheit der in in Sri Lanka sein. Allerdings hatte es erst am Morgen wieder neue Angriffe in dem südasiatischen Land gegeben, bei denen mindestens drei Menschen getötet wurden. Beide Seiten schoben sich gegenseitig die Verantwortung dafür zu.

Die Rebellen kämpfen für einen eigenen Tamilen-Staat im Norden und Osten Sri Lankas. In dem Guerilla-Krieg kamen bisher rund 64.000 Menschen ums Leben. (APA/Reuters)

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