Plädoyer für Frieden

12. Juni 2006, 12:15
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Nobelpreis-Frauen für US-Iran-Gespräche

Wien - Jody Williams, Friedensnobelpreisträgerin von 1997, ist Amerikanerin - und sie schämt sich dafür. "Fast!", wie sie am Donnerstag auf einer Pressekonferenz betonte. Sie schäme sich angesichts von US-Überlegungen, im Atomstreit mit dem Iran auch einen Militärschlag zu erwägen. Fast, weil "der Großteil der amerikanischen Bevölkerung dagegen ist".

Mit der iranischen Friedensnobelpreisträgerin von 2003, der Rechtsanwältin Shirin Ebadi, plädierte Williams für eine friedliche Lösung des Atomstreits über den Verhandlungsweg. Der einzige Ausweg seien offene Verhandlungen zwischen Teheran und Washington, erklärten die beiden Frauen, die mit weite- ren Friedensnobelpreisträgerinnen die "Nobel Women's Initiative"für Frieden und Gleichheit gegründet haben.

"Vorsichtig optimistisch"

Williams begrüßte die jüngste Initiative der UNO-Vetomächte und Deutschlands, die dem Iran ein Anreizpaket übermittelt hatten, um Teheran zum Einlenken zu bewegen. Sie sei "vorsichtig optimistisch", dass "die USA erkennen, dass sie sich nicht noch einen Krieg im Nahen Osten leisten können".

Auf iranischer Seite sei mehr Demokratie "der einzige Weg", sagte Ebadi. Dazu gehöre mehr Meinungsfreiheit und Transparenz bei den Entscheidungen der iranischen Führung. Letztere betone immer wieder das Recht auf Nutzung von Nuklearenergie. "Aber das sei nicht das einzige Recht. Demokratie ist unser Recht. Freie Meinungsäußerung ist unser Recht."Diese Rechte zurückzugewinnen sei aber die Verantwortung der Iraner - "nicht die von ausländischen Soldaten". (raa/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 09. 06. 2006)

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