IAEO: Teheran setzt Urananreicherung fort

12. Juni 2006, 12:15
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ElBaradei: Auf mehrere Briefe aus Wien nicht geantwortet - Weitere Zentrifugen werden montiert

Wien/Teheran/New York - Ungeachtet der internationalen Kritik setzt der Iran sein umstrittenes Atomprogramm fort und hat mehrere Anfragen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) nicht beantwortet. Dies geht aus einem vertraulichen Bericht der IAEO hervor, der am Donnerstag in Wien bekannt wurde und der an die 35 Mitgliedstaaten des Verwaltungsrats verschickt wurde. Deren Vertreter wollten am Montag zu Beratungen in Wien zusammenkommen.

Erst in dieser Woche habe der Iran einen erneuten Versuch zur Urananreicherung unternommen. Nach dem Bericht der Wiener Atombehörde befüllten iranische Techniker am Dienstag 164 Gas-Zentrifugen in der Atomanlage Natans mit dem Anreicherungsgas Uran-Hexafluorid (UF6). Außerdem würden zurzeit weitere Zentrifugen montiert, in denen dann das spaltbare Uran 235 isoliert werden soll. Die Regierung in Teheran habe es abgelehnt, die Aktivitäten in der Atomanlage mit Hilfe von Kameras überwachen zu lassen, heißt es in dem 3-seitigen Bericht.

Keine Beitrag mehr aus Teheran

In dem Report beklagt IAEO-Generaldirektor Mohammed ElBaradei außerdem, dass Teheran in den vergangenen Wochen praktisch nichts mehr zur Aufklärung seines jahrzehntelang geheimen Atomprogramms beigetragen hat. Unter anderem habe die iranische Regierung auf mehrere Briefe aus Wien nicht reagiert.

Bereits zuvor erklärte der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad, sein Land sei zwar zu Verhandlungen mit den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat und Deutschland bereit. Konzessionen oder Verhandlungen über das "legitime Recht" seines Landes auf Nukleartechnologie werde es jedoch niemals geben. UNO-Generalsekretär Kofi Annan gab sich am Donnerstag optimistisch über die geplanten Atomverhandlungen mit Teheran.

Der Kompromissvorschlag der fünf Vetomächte im Weltsicherheitsrat und Deutschlands sieht Anreize für eine Kooperation vor, um den Iran zum Aussetzen seiner Urananreicherung zu bewegen, aber auch mögliche Sanktionen. Der Westen, insbesondere die USA, verdächtigt den Iran, Atombomben bauen zu wollen. (APA/dpa/Reuters)

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    Mahmoud Ahmadinejad, Präsident

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