"Inventur" des Grazer Kunsthauses

16. Juni 2006, 12:01
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Arbeiten der Konzept- und Minimalkunst sowie der Arte Povera aus der Sammlung Herbert

Graz - Unter dem Titel "Inventur" zeigt das Grazer Kunsthaus von 10. Juni bis 3. September Werke aus der Sammlung von Anton und Annick Herbert. Die Arbeiten bieten einen konzentrierten Überblick über wichtige Positionen der Konzept- und Minimalkunst sowie der Arte Povera. Der Künstler Heimo Zobernig erstellte die Präsentation, kuratiert wurde die Schau von Kunsthaus-Chef Peter Pakesch und Kathrin Bucher.

Zwei historische Zeitpunkte waren für die Sammlung Herbert entscheidend: Einerseits die Studentenbewegungen 1968 und andererseits der Fall der Berliner Mauer 1989. Zwischen diesen beiden Polen bewegte sich die Kunst, die das belgische Ehepaar Herbert Anfang der 70er Jahre zu sammeln begann. Dabei ging es ihnen nicht nur um die Werke selbst, sondern vor allem auch um einen gedanklichen Austausch mit den Künstlern, erklärte Anton Herbert am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Graz.

Bogen über drei Jahrzehnte

Die Sammlung spannt mit Arbeiten von Marcel Broodthaers, Carl Andre, Hanne Darboven oder Martin Kippenberger, Mario Merz, Mike Kelley und Franz West einen Bogen über den Zeitraum von drei Jahrzehnten, in denen zwei Generationen von Künstlern tätig waren. Die Ausstellung orientiert sich am chronologischen Ablauf der Sammlertätigkeit von Annick und Anton Herbert.

Die Gestaltung der Schau hat der österreichische Künstler Heimo Zobernig übernommen, der zusammen mit dem Architekten Niels Jonkhans ein gestalterisches Konzept erarbeitete, das so minimal wie möglich blieb. "Zobernig wurde als Künstler einer anderen Generation einbezogen, er betrachtet das Kunsthaus als Arbeitsmaterial", so Peter Pakesch. (APA)

  • Mario Merz:  "Accelerazione..." 1971
    foto: nicolas lackner/ kunsthaus graz

    Mario Merz: "Accelerazione..." 1971

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