KMU: Gesünder wirtschaften

22. März 2007, 14:30
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Es zahlt sich aus, mehr auf die Gesundheit der MitarbeiterInnen zu achten, als das Gesetz verlangt

Eine hohe Krankenstandszahl, häufige Kündigungen, verminderte Leistung und in der Folge unzufriedene KundInnen: das sind die möglichen Auswirkungen eines fehlenden Gesundheitsmanagements im Betrieb. Was sich am Ende in harten Umsatzzahlen ausdrückt, hat seine Ursachen in Soft Facts wie Arbeitszufriedenheit, Psychologie, Ergonomie und Sicherheit.

Nicht mehr als notwendig

Größere Betriebe leisten sich Gesundheitsbeauftragte (in der Regel der/die BetriebsmedizinerIn), die Strategien verfolgen, um präventiv gegen Abnützungserscheinungen oder andere arbeitsbedingte Erkrankungen vorgehen. In KMU ist das selten der Fall. Sie ergreifen meist nur jene Maßnahmen, die das Gesetz in puncto Arbeitssicherheit, Nachtarbeit oder Umweltschutz zwingend vorgibt.

Stärken und Schwächen von KMU

Gegenüber Großbetrieben haben KMU strukturelle Vorteile und Nachteile beim betrieblichen Gesundheitsmanagement. Die Kommunikationswege sind kürzer, es gibt weniger Instanzen, die mit einer Entscheidung befasst werden müssen, und die Beziehungen sind meistens weniger formal gestaltet als in Großbetrieben. Für das Gesundheitsmanagement bedeutet das: Freundschaftliche Beziehungen können die Freude am Job erhöhen und Unzufriedenheiten können leichter kommuniziert werden. Andererseits kann die stärkere persönliche Verflechtung – etwa in Familienbetrieben – auch zusätzliche Herausforderungen schaffen, wenn etwa private Konflikte in den Arbeitsalltag getragen werden.

MitarbeiterInnengespräche sind eine mögliche Quelle, um persönliche Belastungen zu diagnostizieren. Dabei sollte der Gesundheitsbegriff nicht zu eng verstanden werden. Nicht nur das körperliche Befinden, sondern auch das Interesse an der Arbeit, die Zusammenarbeit im Team, mögliche Stressfaktoren und – mit Vorsicht - die familiäre Situation sollten angesprochen werden. Ziel ist ein besseres Verständnis der Person, das als Ausgangspunkt für Maßnahmen dient. Ein Wechsel der Aufgaben oder des Teams, eine Veränderung der Arbeitszeiten oder die Vereinbarung einer Weiterbildung sind einige mögliche Ansatzpunkte, um dem/der BeschäftigteN ein angenehmeres Arbeitsklima zu verschaffen und ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Betrieb zu vermeiden.

Online-Test

Das Deutsche Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung bietet einen Online-Fragebogen an, durch den KMU herausfinden können, auf welchem Stand sie in puncto Gesundheitsmanagement sind. (mas)

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    Auch eine Managementaufgabe: Persönliche Befindlichkeiten einmal genau unter die Lupe nehmen

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