23. Juni 2006, 10:24
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Michail Gorbatschow hat Anteile an der Wochenzeitung "Nowaja Gaseta" übernommen. Der frühere sowjetische Präsident habe gemeinsam mit dem Politiker Alexander Lebedew knapp die Hälfte der Aktien erworben, berichtete die Zeitung "Kommersant". Demnach hält Gorbatschow zehn Prozent und der Vizechef der Kreml-treuen Partei Einheitliches Russland, Lebedew, 39 Prozent der Anteile. Die restlichen 51 Prozent bleiben im Besitz der Redaktion.

"Aufbau einer Zivilgesellschaft"

"Nowaja Gaseta" ist für ihre kritische Berichterstattung über die russische Tschetschenien-Politik bekannt. Auch hatte sie den Kreml wegen seiner harten Gangart gegen den ehemaligen Konzernchef des Ölriesen Yukos Michail Chodorkowski angegriffen.

Dem Zeitungsbericht zufolge versuchte Gorbatschow Bedenken, dass Lebedew und er Einfluss auf das Blatt ausüben könnten, auszuräumen: "Jetzt stellt sich die Frage: wird das Blatt sein Gesicht verlieren? Unsere Antwort ist einfach: die Redaktion hält die Kontrollmehrheit." Nach den Worten des ehemaligen KGB-Spions und Geschäftsmanns Lebedew unterstützt der Kauf den Aufbau einer Zivilgesellschaft in Russland. "Wir werden nach unserem besten Ermessen dafür sorgen, dass die Zeitung nicht in die Hände von Oligarchen oder des Staates gelangt", zitiert der "Kommersant" den Politiker. (Reuters)

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