ORF-Chefin: Mück nicht zur "Zielscheibe" machen

22. Juni 2006, 19:16
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Vorwürfe wegen sexistischer Äußerungen seien nicht nachvollziehbar gewesen und "anlassbezogen" - Wolf zurechtgewiesen

Monika Lindner hat sich bei der Sitzung des Publikumsrats hinter TV-Chefredakteur Werner Mück gestellt. Insbesondere bezog sich die ORF-Generaldirektorin auf medial kolportierten Vorwürfe gegen Mück, wonach er einer Mitarbeiterin gegenüber sexistische Äußerungen getätigt habe. Dem sei sie sofort nachgegangen, betonte Lindner. Es gebe, etwa mit der Gleichbehandlungsbeauftragten, für solche Fälle Ansprechpartner, wo sie sich erkundigt habe: "Aber da ist nichts gekommen."

"Ich wundere mich nur, dass das jetzt anlassbezogen alles daherkommt", so Lindner. "Ich würde wirklich bitten, jetzt nicht eine Person als Zielscheibe für sämtliche Angriffe zu nehmen."

"Natürlich sage ich etwas"

Sie wies auch Kritik zurück, dass sie in der ORF-Debatte nicht deutlich genug das Wort ergreife. "Natürlich sage ich etwas." Sie spreche mit den Mitarbeitern, sie habe zum "Runden Tisch" am 19. Juni geladen, und nach diesem werde es auch eine Aussendung geben.

Keine Konsequenzen für Wolf

Der Umgang des ORF mit Armin Wolf in Anschluss an dessen Rede spricht nach Lindners Ansicht für das Unternehmen: Immerhin habe er öffentliche Kritik am ORF geübt, dies habe aber keine Konsequenzen für ihn gehabt. "Sagen Sie mir ein Unternehmen in diesem Land, wo es das gibt", so die ORF-Generalin. Wohl habe sie Wolf zurechtgewiesen, aber: "Dass ich gar nichts sage, wenn er sich vor den Bundespräsidenten hinstellt, das kann wirklich keiner erwarten. Und ich versuche wirklich, hier jede Aggression aus der Debatte herauszunehmen." (APA)

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