Sicherheitsvorkehrungen unter Fahrern Tagesthema

11. Juni 2006, 18:56
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Taxiunternehmen: "Wir haben die Möglichkeit, in das Auto hineinzuhören, ohne dass es jemand merkt"

Graz - "Jeder berät sich mit Kollegen, was er besser machen könnte", weiß der Fachgruppenobmann der steirischen Taxiunternehmer, Eduard Ruschka, über die Verunsicherung, die sich nach dem nächtlichen Mord an einem Taxilenker bei Graz in der Branche breit gemacht hat. An sich gelte Graz nicht als gefährliches Pflaster: Der letzte Mord an einem Grazer Taxilenker datiert aus dem Jahr 1993, mit einem Mordversuch war man 1997 konfrontiert.

Verschiedene Sicherheitsvorkehrungen

"Die Sicherheitsvorkehrungen für Taxilenker sind von Gruppe zu Gruppe verschieden", erklärte Sylvia Loibner, Geschäftsführerin der Taxigruppe 878. "Bei uns hat ein Lenker, der sich bedroht fühlt, mehrere Möglichkeiten, einen Notruf abzusetzen. Wie das genau funktioniert, wollen wir aus Sicherheitsgründen nicht sagen", so Loibner. In so einem Fall wird automatisch die Zentrale alarmiert.

"Wir haben die Möglichkeit, in das Auto hineinzuhören, ohne dass es jemand merkt", erklärte die Geschäftsführerin. Über GPS kann genau festgestellt werden, wo sich der Wagen befindet. Sollte es nötig erscheinen, wird sofort die Polizei hingeschickt.

Notrufe einmal pro Woche

Das Unternehmen hat 220 Autos im Einsatz, die von rund 1.500 Fahrern gelenkt werden. Notrufe gibt es im Schnitt einmal pro Woche, meist entpuppen sie sich aber als falscher Alarm. "Die Fahrer betätigen den Notruf oft einfach, weil sie ein ungutes Gefühl haben", schilderte Sylvia Loibner.

Vorbereitungskurse

Bei den Vorbereitungskursen werde immer auf Gefahrensituationen und das richtige Verhalten hingewiesen, unterstrich Fachgruppenobmann Ruschka. Etwa, dass man zum Halten hellere Orte aufsuchen, sich auf keine Konflikte einlassen oder bei Fahrten außerhalb des Stadtgebietes die Zentrale verständigen sollte. "Außerdem ist es empfehlenswert, den Fahrgast am Beifahrersitz zu haben und ihn in ein Gespräch zu verwickeln, so kann man ihn besser beobachten", erklärte der Funktionär. Er ist auch dafür, dass sich Taxifahrer von der Beförderungspflicht in der Nacht und außerhalb der Stadt selbst entbinden. Überwachungskameras habe man zwar diskutiert, die Idee aber aus Kosten- und Datenschutzgründen wieder verworfen. (APA)

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