Münze Österreich mit Ergebnisplus

29. Juni 2006, 16:13
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2005 war schwaches Jahr für den "Philharmoniker", bisheriger Jahresverlauf geprägt durch steigenden Goldpreis

Wien - Die Münze Österreich AG hat im vergangenen Jahr 2005 trotz eines leichten Umsatzrückgangs von 180,8 auf 176 Millionen Euro höhere Ergebniskennzahlen verzeichnet. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) fiel mit 28,1 (2004: 15,3) Millionen Euro fast doppelt so hoch aus wie im Jahr 2004, der Jahresüberschuss stieg von 15,2 auf 28 Millionen Euro. Vorstandsdirektor Dietmar Spranz sprach bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag von einem "erfreulichen Geschäftsjahr".

An die 100-Prozent-Mutter Oesterreichische Nationalbank (OeNB) wird wie in den Jahren davor eine Dividende von 18 Millionen Euro ausgeschüttet.

Goldpreis auf Rekordhöhe

Der auf Rekordhöhen gestiegene Goldpreis sorgte für Umsatzsteigerungen in diesem Segment, allerdings nur in gedämpftem Ausmaß. Denn die hohe Nachfrage nach Goldprodukten sei in hohem Ausmaß schon über den Sekundärmarkt abgedeckt worden, so Spranz. Viele Anleger hätten Gewinne realisiert und sich von ihren Goldbeständen getrennt. Damit sei "die lebhafte Nachfrage nur gedämpft für die Hersteller wirksam geworden". Anders als in den Jahren davor habe die Entwicklung der Dollar-Euro-Relation auch zu Gewinnen für Euro-Anleger geführt.

Für die auch international verbreitete Anlagemünze Philharmoniker war es laut Spranz sogar ein "schwaches Jahr": Der Absatz lag mit 192.000 Unzen (knapp 6 Tonnen, eine Unze entspricht rund 31 Gramm) um neun Prozent unter dem Vergleichswert 2004. Dank des höheren Goldpreises stieg der Umsatz leicht von 70,8 auf 71,7 Millionen Euro. Bei Goldbarren wurden 26.437 (2004: 18.819) Stück mit insgesamt 87.942 (85.798) Unzen abgesetzt, der Umsatz wuchs hier auf 31,8 (28,3) Millionen Euro.

Goldbarren gefragt

Der bisherige Jahresverlauf 2006 sei bei weiter steigenden Goldpreisen von einer Belebung im Handel geprägt, zugleich sinke aber die Nachfrage bei den Produzenten von Goldanlageprodukten - damit auch bei der Münze Österreich. Bei Philharmonikern und Handelsgoldmünzen liegen die Bestellungen laut Spranz "deutlich" unter jenen des Vorjahres. Besser sehe es bei Goldbarren aus, wo vor allem größere Barren gefragt seien.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2006 erwartet das Münze-Vorstandsduo Spranz und Kurt Meyer ein Ergebnis von "über zehn Millionen Euro". An der Ausschüttung der Dividende von 18 Millionen Euro an die OeNB will man festhalten.

Bereits angelaufen sind die Vorbereitungen für eine neue 2-Euro-Gedenkmünze anlässlich des 50-Jahres-Jubiläums der "Römischen Verträge", aus der die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) als EU-Vorläuferorganisation hervorging. Aus diesem Anlass werden erstmals die nationalen Seiten mehrerer Euro-Länder idente Design-Elemente aufweisen, erklärte Spranz. Mehrere Euro-Länder werden die Münze in ihren jeweiligen Landessprachen herausbringen. Die Münze Österreich habe "bei der Koordination der Designdetails eine maßgebliche Rolle gespielt". (APA)

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    Vorstandsdirektor Dietmar Spranz spricht von einem "erfreulichen Geschäftsjahr".

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