Öl bleibt teuer und gefragt

27. Juni 2006, 13:02
27 Postings

Energieminister beraten EU-Strategie - Bartenstein betont, dass es "naiv" wäre zu glauben, EU könne Abhängigkeit von Öl und Gas in den nächsten Jahrzehnten senken

Luxemburg - Die EU-Energieminister beraten am heutigen Donnerstag in Luxemburg über mögliche nächste Schritte für eine gemeinsame EU-Energiepolitik. Der amtierende Ratspräsident, Wirtschaftsminister Martin . Der Ausbau der Reservekapazitäten der OPEC sei zwar ein wichtiges Signal werde die Ölpreise "kurzfristig wahrscheinlich nicht" senken, könne aber einen Beitrag zur Beruhigung liefern.

Importabhängigkeit wird steigen

Die Importabhängigkeit der EU vor allem bei Öl und Gas werde in den nächsten 25 Jahren auf über 70 Prozent steigen. Die EU können aber durch massive Investitionen in erneuerbare Energieträger und Energieeffizienz daran teilhaben, dass der Anstieg der Abhängigkeit schwächer ausfalle, als bisher angenommen. "Niemand soll sich der Illusion hingeben, dass wir von Öl und Gas weniger abhängig werden oder das in den nächsten Jahren gegen Null fahren werde, das wäre naiv", sagte Bartenstein.

Die Energieminister diskutieren in Luxemburg unter anderem das am vergangenen Freitag von EU-Kommission und dem Hohen Repräsentanten für die EU-Außenpolitik, Javier Solana vorgelegten Papier für eine Energie-Außenpolitik. Laut Diplomatenkreisen gibt es sogar gegen die sehr vorsichtig formulierten Vorschläge Bedenken. Vor allem Frankreich soll die "eine Stimme" in der Energie-Außenpolitik in Frage gestellt haben.

Weiterentwicklung der Partnerschaften

Bartenstein plädierte für eine Weiterentwicklung der Partnerschaften mit OPEC und Russland aber auch anderen Lieferländern, nachdem etwa in Viertel des Gases-Importe der EU aus Algerien stamme. Mit einer lang erhofften Unterzeichnung der Energiecharta durch Russland sei nicht zu rechnen. Das habe der russische Premier Vladimir Putin beim Treffen in Sotschi am 16. Mai neuerlich klar gestellt. Die EU werde aber weiter darauf beharren, "weil wir das für sinnvoll und notwendig halten".

Die Energiecharta wäre "ein Mosaikstein unter vielen" um gegen das russische Gasmonopol Marktwirtschaft und fairen Zugang von europäischen Unternehmen zu den russischen Gaspipelines und Gasfeldern zu schaffen. Wenn es faire Bedingungen auf beiden Seiten gebe, würde die EU auch Investitionen wie derzeit von der russischen Gazprom begrüßen. "Davon ist man aber noch ein Stück weit weg, und das weiß die russische Seite auch", sagte Bartenstein. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Importabhängigkeit der EU vor allem bei Öl und Gas werde in den nächsten 25 Jahren auf über 70 Prozent steigen.

Share if you care.