Hauptverband wirbt um Bürgerkarte

20. Juni 2006, 10:08
2 Postings

Kandlhofer: Verwaltungstechnisch "eine neue Zeit"

Kräftig die Werbetrommel für die Bürgerkarte hat der Hauptverband der Sozialversicherungen am Mittwoch gerührt, nachdem bisher bescheidene fünf bis zehn Prozent der E-Card-Inhaber ihre Karte auch als Bürgerkarte nutzen. Helmut Mödlhammer, der Präsident des Gemeindebundes, Josef Kandlhofer, Hauptverbands-Generaldirektor und sein Stellvertreter, Volker Schörghofer, versuchten in einer Pressekonferenz den Karten-Inhabern die Bürgerkarte als "Schlüssel zum E-Gouvernement" schmackhaft zu machen.

Rosen

Der Bürgerkarte streuten sie Rosen. Verwaltungstechnisch werde man mit dieser Karte "in eine neue Zeit gehen", zeigte sich Kandlhofer überzeugt, und dabei dem E-Gouvernement "Flügel verleihen". Von einem historischen Tag sprach auch Mödlhammer, und hob dabei die Bedeutung der Karte für die Gemeinden hervor. Der Gemeindebundpräsident erwartet sich durch die neue Karte eine einfachere, bürgernähere und kostengünstigere Verwaltung.

Der teilweise noch beträchtlichen Skpesis in den Gemeinden will Mödlhammer mit einer Informationskampagne begegnen. Er setzte sich das "sehr optimistische, aber realistische Ziel", bis Jahresende die Voraussetzung für die Nutzung der Bürgerkarte in allen Gemeinden zu schaffen, und die Zahl der Kartennutzer noch in diesem Jahr zu verdoppeln. Derzeit ist es in gut einem Drittel der 2.359 österreichischen Gemeinden möglich, mit der Bürgerkarte Amtsgeschäfte zu erledigen.

"Fülle von Anwendungen"

Die angekündigten Verwaltungsvereinfachungen sollen eine "Fülle von Anwendungen" gewährleisten. So ist es derzeit zum Beispiel mit einer freigeschalteten und einer Verwaltungssignatur ausgestatteten Bürgerkarte möglich, Versicherungszeiten abzufragen, Meldebestätigungen einzuholen oder über Finanz-Online seinen Finanzstatus abzufragen. Dies Funktionen sollen laut Hauptverband weiter ausgebaut werden, so ist etwa für 2007 ein Pensionskonto für jeden Bürger vorgesehen, das dieser mit der Karte im Internet abrufen und berechnet können soll.

Die Bürgerkartenfunktion auf der E-Card kann entweder durch eine Registrierung bei der Sozialversicherung oder über das Web-Portal der Sozialversicherung frei geschalten werden. Danach erfolgt die Speicherung des so genannten Zertifikats und der Personenbindung auf der Karte. Die für Amtsgeschäfte über Internet erforderliche elektronische Signatur kann vom Inhaber anschließend selber frei geschaltet werden, der Aktivierungscode hierfür wird von der Registrierungsstelle zugesandt.

Um die E-Card auch vom heimischen PC aus verwenden zu können, sind ein handelsübliches Kartenlesegerät und eine spezielle Software zur Erstellung der elektronischen Unterschrift notwendig. Die Software, die das Bindeglied zwischen der Bürgerkarte und den Anwendungen im Internet darstellt, wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Grundsätzlich soll die Bürgerkartenfunktion nichts kosten, die technische Abwicklung des Projekts wird von einem eigens dafür eingerichteten Callcenter des Hauptverbandes betreut. (APA)

Share if you care.