Rewe verkauft LTU-Anteile

28. Juni 2006, 10:57
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Der angeschlagene Ferienflieger soll mit neuer Strategie und einem Sparprogramm wieder auf Kurs gebracht werden

Köln - Der Handelskonzern Rewe - in Österreich mit Billa, Merkur, Penny, Bipa vertreten - hat seine Anteile an dem angeschlagenen Düsseldorfer Ferienflieger LTU komplett verkauft. Zum 1. Juni 2006 sei der 40-Prozent-Anteil an die Nürnberger Gesellschaft Intro gegangen, die dem Textilunternehmer Hans Rudolf Wöhrl gehört, der auch Eigner des Münchner Billigfliegers dba ist. Das teilte Rewe am Donnerstag in Köln mit. Wöhrl, der im Februar die Mehrheit an der LTU erworben, im April aber wieder Anteile verkauft hatte, besitzt nun 76 Prozent an dem Düsseldorfer Flugunternehmen. Die LTU mit 2800 Mitarbeitern und einer Flotte von 25 Flugzeugen soll mit einer neuen Strategie und einem Kostensenkungsprogramm wieder auf Kurs gebracht werden.

Rewe betonte, der Konzern habe sich schon seit längerem aus dem LTU-Engagement zurückziehen wollen, da dies nicht zum Kerngeschäft gehöre. Die Kölner Gruppe war 2001 bei LTU eingestiegen, um sein Reise-Portfolio auszubauen. "Mit ihren neuen strategischen Partnern hat die LTU jetzt die Chance, sich im Markt weiter zu entwickeln", sagte Rewe-Touristik-Vorstand Norbert Fiebig. Wöhrl hatte vor rund vier Monaten 60 Prozent der LTU-Anteile erworben und davon vor einigen Wochen 24 Prozent an den LTU-Chef Jürgen Marbach weiter veräußert.

Vorübergehende Gehaltskürzungen

LTU will seine Kosten nach Verlusten in nicht genannter Höhe auch mit vorübergehenden Gehaltskürzungen senken und sein Ergebnis 2006 um 45 Millionen Euro verbessern. Wöhrl hatte als Ziel eine schwarze Null für das laufende Jahr ausgegeben. Mit einer neuen Strategie sollen künftig auch verstärkt Geschäftsreisende als LTU-Passagiere gewonnen werden. LTU und dba sollen im Verbund fliegen und damit als Nummer Zwei im deutschen Luftverkehr operieren.

Der europäische Handelsriese Rewe, der im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von 41,7 Milliarden Euro erwirtschaftet hatte, erzielte in seiner Touristiksparte nur ein marginales Plus auf 4,2 Milliarden Euro. Die Gruppe ist als Nummer Drei der deutschen Reisebranche mit Veranstaltern wie ITS, JahnReisen, Tjaereborg oder Dertour vertreten. (APA/dpa)

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Tui
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