Mittal will volle Kontrolle bei Arcelor

25. Juni 2006, 15:31
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Im Übernahmekampf um das luxemburgische Unternehmen ringen beide Stahlkonzerne um die Gunst der Aktionäre - Mittal schließt eine Zerschlagung des Konkurrenten aus

Frankfurt - In der Übernahmeschlacht um den luxemburgischen Stahlkonzern Arcelor hat Mittal Steel eine gemeinsame Kontrolle mit der russischen SeverStal oder eine Aufteilung ausgeschlossen. "Wir streben weiterhin die volle Kontrolle bei Arcelor an", sagte Finanzchef Aditya Mittal, Sohn des Vorstandschefs Lakshmi Mittal, der "Börsen-Zeitung". Es sei nicht vorgesehen, den Konzern zu zerschlagen.

Zwei Großaktionäre

Der Übernahmekampf um Arcelor könnte sich laut Zeitung dahin entwickeln, dass der Luxemburger Stahlkonzern am Ende zwei Großaktionäre hat: Zum einen die indische Mittal-Familie, Eigentümerin des Mittal-Konzerns - zum anderen den Mehrheitseigner der russischen Severstal, Alexej Mordaschow. Arcelor will mit SeverStal fusionieren und so den Übernahme-Versuch von Mittal abwehren.

Einen Kommentar dazu, wie er mit dem Russen als einem möglichen Paralleleigentümer bei Arcelor kooperieren würde, lehnte Mittal ab. "Wir glauben, dass wir schneller als Herr Mordaschow sind und dass die Mehrheit der Arcelor-Aktionäre unser Angebot bevorzugt", sagte er. Ein Indiz dafür sei die Tatsache, dass über 30 Prozent der Arcelor-Aktionäre eine zusätzliche außerordentliche Hauptversammlung zu der geplanten Fusion von Arcelor mit Severstal gefordert hätten.

Sollte die Übernahme Arcelors scheitern, würde Mittal das parallel angestrebte Wachstum in Asien durch Produktionserweiterungen und Akquisitionen vorantreiben. "Im Fokus stehen dabei China und Indien, wo wir bereits über Werke verfügen", sagte der Finanzchef. Japan sei dagegen wegen des schwächeren Wachstums kaum von Interesse. (APA/dpa)

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