Plafond bei Digicams ist erreicht

29. Juni 2006, 16:14
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Die Zeiten von massiven Wachstumsraten bei digitalen Kompaktkameras sind nach Ansicht von Canon Österreich vorbei

Barcelona - Canon Österreich hofft nach Jahren starken Wachstums bei Digitalkameras nun auf den boomenden Markt der hoch-preisigen digitalen Spiegelreflexkameras (SLR), weil hier die Zuwächse höher sind als der Preisverfall, erklärte Canon Österreich-Chef Peter Baldauf am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Barcelona.

Stagnation bei Umsatz

Der westeuropäische Digitalkameramarkt sei im Vorjahr zwar noch von 25 Millionen auf 27 Millionen Stück gewachsen, habe damit aber ein Plateau erreicht, beruft sich das Unternehmen auf noch nicht veröffentlichte Zahlen der Marktforscher von IDC. Canon hält demnach mit 16,5 Prozent Marktanteil die Führungsposition und hat den Abstand zu Mitbewerber Sony vergrößert. Am stark umkämpften Markt für digitale Kompaktkameras verbuchte die heimische Niederlassung des japanischen Konzerns zwar ein Wachstum bei den Stückzahlen, durch sinkende Preise stagnierten im vergangenen Jahr allerdings die Umsätze in diesem Bereich.

In drei Viertel der österreichischen Haushalte würden sich laut einer aktuellen GfK-Studie analoge Kompaktkameras finden, gegenüber 45 Prozent bei digitalen Kompaktkameras. "Im Bereich Spiegelreflex steht es 27 zu zehn Prozent für analog, da gibt es noch einen Spielraum", so Baldauf. Diesen Markt haben aber auch die Mitbewerber ins Visier genommen. Zwar hält Canon bei digitalen Spiegelreflexkameras einen Marktanteil von rund 50 Prozent, allerdings könnten weitere Unternehmen in diesen Bereich drängen. Vor wenigen Tagen hat beispielsweise Sony - die APA berichtete - ein erstes Modell präsentiert und damit den Markteinstieg begonnen.

Kosteneinsparungen

Im vergangenen Jahr verzeichnete Canon Österreich trotz "wesentlicher Änderungen in der Bilanzierung" ein leichtes Umsatzplus von 1,5 Prozent. Real seien die Zuwächse höher ausgefallen und Gewinn geschrieben worden, erklärte Baldauf. Für 2006 strebt Canon Österreich eine Umsatzsteigerung von vier Prozent an, die Gewinne sollen - auch durch Kosteneinsparungen - deutlich erhöht werden.

Als Wachstumssegment sieht Canon den Großformatdruck, bei dem die Marktanteile von zwei Prozent im Jahr 2002 sukzessive auf 14 Prozent im Vorjahr gesteigert werden konnten. Für 2007 werden 30 Prozent angestrebt, langfristig will das Unternehmen Marktführer Hewlett Packard (HP) überholen. Bei professionellen Druck-Lösungen - beispielsweise für Copy-Shops - rechnet sich Canon ebenfalls Chancen aus, zur Nummer eins aufzurücken. Mittelfristig soll dieses Segment 10 Prozent zum Umsatz beitragen. Ein europaweites Vertriebs- und Supportteam mit rund 300 Mitarbeitern habe im Frühjahr seine Arbeit aufgenommen, um Mitbewerber Xerox Marktanteile abzunehmen.

Bei Multifunktionsgeräten erhöhte sich der Anteil der Farbgeräte von 26 Prozent im Jahr 2003 auf 42 Prozent im Vorjahr. "Die Unternehmen jammern oft, dass Farbdruck teurer ist. Aber höhere Kosten können kein Argument sein, wenn man die erreichbaren Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen berücksichtigt", gab sich Baldauf überzeugt. Laut Untersuchungen von Consultern würde die Katalogisierung und Ablage von Dokumenten durch Farbeinsatz um 15 Prozent verbessert. Dies sei auch nötig, da Mitarbeiter im Büro durchschnittlich acht Stunden pro Woche mit der Suche nach Unterlagen vergeuden. (APA)

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