Heimischer Schuhhandel fasst wieder Fuß

28. Juni 2006, 10:57
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Die mageren Jahre sind offenbar vorbei: Männer geben immer mehr für Schuhe aus, liegen aber noch weit hinter den Frauen - Experten rechnen mit 2,5 Prozent Wachstum

Wien - Nach Jahren der Umsatzverluste und nur geringen Zuwächsen im Jahr 2004 meldet der Schuheinzelhandel 2005 ein kräftiges Umsatzplus von 4,7 Prozent und steigende Quadratmeterumsätze, geht aus einer aktuellen RegioPlan-Untersuchung hervor. Alle anderen Branchen würden wegen steigender Verkaufsflächen geringere Quadratmeterumsätze verzeichnen.

Befürchtungen, dass große Bekleidungsketten, die immer öfter auch Schuhe im Sortiment führen, die Schuhbranche kannibalisieren könnten, haben sich damit nicht bewahrheitet. Auch der Sportartikelhandel konnte dem traditionellen Schuhgeschäft bisher nicht den Rang ablaufen.

Auch im laufendem Jahr ist die Branche auf "gutem Schuh" unterwegs: RegioPlan prognostiziert der Branche ein Wachstum von 2,5 Prozent. Mit 2,3 Prozent ist der Anteil des Schuhhandels am gesamten österreichischen Einzelhandel recht bescheiden.

Weibliche Domäne

Laut Studie schließen Männer bei den Ausgaben für Schuhe langsam zu den Frauen auf: Seit 2003 haben Männer um sieben Prozent mehr für Schuhe ausgegeben, während die Ausgaben für Damenschuhe um zwei Prozent sanken. Ohne Sportschuhe gaben Männer um 5,7 Prozent mehr für Schuhe aus. Insgesamt bleiben Schuhe aber eine weibliche Domäne: Die Ausgaben der Frauen für dieses wichtige Accessoir übersteigen jene der Männer noch um fast das Doppelte. Laut RegioPlan entfielen 2005 53 Prozent der Verbrauchsausgaben entfielen auf Damenschuhe.

Die Ausgaben für Sportschuhe stiegen seit 2003 insgesamt um fast zwölf Prozent, für Kinderschuhe wurden gar um 18 Prozent mehr ausgegeben.

Die Zahl der Schuh-Verkaufsstellen (Outlets) sank zwar wegen der Schließung unrentabler Geschäfte um 3,5 Prozent, zugleich nahmen die Verkaufsflächen um 1,3 Prozent zu. Gegen alle Trends sind die Quadratmeterumsätze im Schuhhandel um 3,3 Prozent gestiegen.

Leder & Schuh bleibt Marktführer

Nach einzelnen, unternehmergeführten Händlern geraten in der Branche jetzt auch große Kooperationen zunehmend unter Druck. Lose Zusammenschlüsse verlieren zum Teil dramatisch Marktanteile, sie hätten angesichts härterer Marktbedingungen "akuten Handlungsbedarf", so RegioPlan. Gewinner sind die Filialisten, deren Marktanteil von 54 auf 57 Prozent stieg. Ihr Anteil an der Verkaufsfläche lag gar bei 66 Prozent. Nicht organisierte Einzelhändler bleiben das Sorgenkind der Branche. Ihre Verluste haben sich aber reduziert, weil viele unrentable Geschäfte bereits in den vergangenen Jahren schließen mussten.

Die Handelskette Leder & Schuh konnte seine Position als Marktführer noch ausbauen, auf Platz zwei liegt unverändert Stiefelkönig. Doch Diskonter wie Deichmann, Vögele und Reno sind auf der Überholspur und werden in den nächsten Jahren weiter aufholen, so die Prognose. (APA)

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    Österreichs Schuhhandel befindet sich wieder im Aufwind.

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