Ölpreis steigt nach neuer Gewalt im Irak

11. Juni 2006, 17:07
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Brent am Nachmittag wieder knapp unter 70 Dollar - US-Leichtöl weiter über 70 Dollar

London - Der Ölpreis ist am Freitag wegen erneuter Gewalttaten nach dem Tod des irakischen Al-Kaida-Chefs Abu Mussab al-Zarqawi wieder gestiegen. Die führende Nordseesorte Brent verteuerte sich am Nachmittag um 74 Cent auf 69,79 Dollar (55,13 Euro) pro Barrel (159 Liter). US-Leichtöl kletterte um 46 Cent auf 70,81 Dollar.

Am Donnerstag waren die Preise stark gefallen, nachdem die Tötung Sarkauis durch die US-Armee bekannt gegeben worden war. Der irakische Ölminister Hussain al-Schahristani erklärte, Zarqawis Tod werde zur Stabilisierung des Landes beitragen und damit eine Steigerung der irakischen Ölförderung ermöglichen.

"Die Preisveränderung gestern war völlig übertrieben", sagte nun Analyst Craig Pennington von der Investmentbank Schroders. "Wir können nicht davon ausgehen, dass die Zerstörung im Irak nur von einer Person ausgeht."

Wenige Stunden nach der Bekanntgabe von Zarqawis Tod wurde am Donnerstag ein hochrangiger Mitarbeiter des Öl-Ministeriums in Bagdad entführt. Zudem kamen bei einer Serie von Bombenanschlägen mindestens 31 Menschen ums Leben.

Auch die erneut zunehmenden Spannungen zwischen dem Westen und dem Iran stützten die Preise. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte mit, dass die Islamische Republik wieder mit der Uran-Anreicherung begonnen habe. Das Land steht im Verdacht, Atombomben bauen zu wollen. Die iranische Führung weist die Vorwürfe zurück. (APA/Reuters)

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