Schönes Verzichten

21. Juli 2006, 12:47
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Zum ersten Mal wurde in Berlin der Lancôme Colour Design Award vergeben - Sechs Nachwuchs- Visagistinnen stellten sich dem Wettstreit der Pinsel, Farbtöpfe und Quasten

"Sie hat verstanden, dass weniger mehr ist", erklärt Jury-Mitglied und Visagist Armin Morbach, warum Christina von Bülow, Absolventin der Make-Up-Artist Factory München den Wettbewerb für sich entschied. "Die anderen Teilnehmer haben oft übertrieben, zu viel von allem. Make-up ist auch die Kunst des Weglassens." Den Könner, so Morbach, erkenne man an einem Gefühl für Farben und Übergänge und an dem handwerklichen Geschick, Rouge und den Fond de Teint mit der Hand aufzutragen.

An allgemeinen Tipps hat Armin Morbach Folgendes parat: "Ein Teint muss so natürlich wie möglich wirken und darf nicht maskenhaft zugekleistert werden. Für ein schönes Alltags-Make-up braucht es nicht mehr als einen leicht deckenden Puder, ein bisschen Rouge auf die Wangen, möglichst zwei Farbtöne dunkler als der Naturton der Haut, Mascara und Lipgloss."

Die Chefvisagistin von Lancôme, Gucci Westman warnt beim Styling zur Vorsicht: Das Schlimmste seien eine zu dicke Foundation, zu viel Puder und abrupte Farbverläufe. Nichts stehe einer Frau besser als ein strahlender, transparenter, natürlicher Teint. Gucci, die zwar privat eher eine Make-up-Minimalistin ist ("Schwarzer Eyeliner und der pflegende Lipgloss Vinéfit von Lancôme - das ist alles"), möchte die Damen auf der Straße diesen Sommer jedoch etwas glamouröser sehen. Die Hitchcock-Schönheiten à la Grace Kelly und Tippi Hendren haben es ihr angetan - und dazu gehören der dramatische Lidstrich und tomatenrote Lippen.

Stargast Jade Jagger hingegen ließ mit ihrem Look die späten 70er wieder aufleben - mit einem weißen, knielangen Seidenkleid und der Renaissance der Taille, die sie durch einen breiten Gürtel, der neuerdings wieder von der Hüfte in die Körpermitte rutscht, betonte. Und dazu natürlich die obligatorische Löwenmähne und glitzerndes Hochglanz-Make-up, ganz so, wie ihre Mutter Bianca einst das "Studio 54" in New York rockte.
(Der Standard/rondo/09/06/2006)

Silke Bender führte Buch.
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    Armin Morbach

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