"Islamische Gerichte": "Wir beherbergen keine Terroristen"

24. Juni 2006, 23:02
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"Wir möchten, dass das somalische Volk seine Führer selbst wählt"

Mogadischu/Nairobi - Zwei Tage nach der Einnahme von Mogadischu hat die so genannte "Union der Islamischen Gerichte" der internationalen Gemeinschaft versichert, dass sie weder Terroristen schütze noch die Einrichtung eines Taliban-ähnlichen Regimes plane. "Wir wollen, dass das somalische Volk selbst bestimmt, wie es regiert werden möchte, und dass es erstmals seit Jahrzehnten seine politischen Führer selbst wählt", betonte Sheikh Sherif Ahmed, der Vorsitzende der Union der Islamischen Gerichte am Mittwoch.

Nach unbestätigten Berichten halten die Kämpfer der Union sich inzwischen in der Nähe von Jowhar auf, wohin mehrere Anführer der unterlegenen Anti-Terror-Allianz geflohen sind. US-Präsident George W. Bush hatte erneut betont, dass Somalia nicht zu einem Zufluchtsort für El Kaida werden dürfe. "Wichtigstes Anliegen ist sicherzustellen, dass dort kein Ort entsteht, an dem Terroristen etwas aushecken und planen können", sagte Bush am Dienstag in Texas.

Unterdessen hat Kenia einen der unterlegenen Milizenchefs ausgewiesen. Sicherheitskräfte spürten Abdul Rashid Hussein Shiry in einem Luxushotel in Nairobi auf und setzten ihn in ein Flugzeug, das ihn nach Somalia zurückbringen sollte. Viele Somalier sind überzeugt, dass die USA die unterlegene Anti-Terror-Allianz unterstützen, zu der sich im Februar mehrere Milizenchefs zusammengeschlossen hatten. (APA/dpa)

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