Gefährliches Spiel mit Rooney

10. Juni 2006, 10:55
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Klub legte Veto für Vor­runde ein - Teamchef Eriksson: "Entscheidung treffen Wayne und ich" - Angeschlagener Ger­rard sollte fit werden

Manchester - Wayne Rooney hat den Kampf um seine WM-Teilnahme gewonnen, aber nun beginnt für Englands Fußball-Topstürmer der Wettlauf mit der Zeit. Nach dem definitiven Aus für die Vorrunde bleiben dem fußkranken Star von Manchester United noch gut zwei Wochen, um fit zu werden und vom Achtelfinale an die "Three Lions" zum zweiten WM-Titel nach 1966 zu schießen.

"Ich habe eine gute Nachricht. Wayne ist verletzungsfrei", sagte Trainer Sven-Göran Eriksson nach dem Donnerstag-Training. Auch Kapitän David Beckham atmete erleichtert auf: "Alle Spieler sind gesund, das ist super, und Waynes WM-Teilnahme gibt uns einen Extraschub."

Ärztliches Okay

Der 20 Jahre alte Nationalspieler hatte am Mittwochabend in Manchester das ärztliche Okay für die WM bekommen. Rooneys Klub bestätigte kurz vor Mitternacht die Einigung mit dem englischen Verband FA, legte aber sein Veto gegen einen Einsatz in der Vorrunde ein. "Aus medizinischer Sicht hat Rooney gute Chancen, nach der Vorrunde spielen zu können. Wenn Wayne zum Einsatz kommen soll, ist eine sehr vorsichtige Weiterbehandlung erforderlich", hieß es in der ManU-Stellungnahme. Englands Massenmedien feierten Rooneys "Wunderheilung" mit Jubel-Schlagzeilen. "Er hat's geschafft", titelte "Daily Mail".

"Jetzt liegt es an uns, dass Rooney einsatzfähig wird, die endgültige Entscheidung treffen allein Wayne und ich", sagte Eriksson. In den Prozess wird der angesehene englische Orthopäde Professor Angus Wallace einbezogen, der bei den medizinischen Beratungen am Mittwoch in Manchester als unabhängiger Experte dabei war. Eriksson betonte, er werde die "volle Verantwortung" für seinen Schützling übernehmen, "ich mache dies im besten Interesse von Rooney, der englischen Mannschaft und 40 Millionen englischer Fans." In seiner knapp einmütigen Ansprache bat der Schwede um Verständnis, "dass ich nicht mehr über Rooney reden werde, bis er spielfähig ist. Ich will auch nicht, dass die Spieler über den Fuß oder die Verletzung reden".

Bruch am 29. April

Am 29. April hatte sich Rooney im Premier-League-Spiel gegen den FC Chelsea den vierten Mittelfußknochen im rechten Fuß gebrochen, aber Eriksson hatte ihn trotzdem für die WM nominiert. Die kontroversen Debatten um den "Fuß der Nation" werden weiter gehen. Die Rolle der ManU-Anwälte, die an den Verhandlungen in Manchester teilnahmen, und das gefährliche Spiel mit Rooneys Gesundheit wird Englands Öffentlichkeit in den nächsten Tagen beschäftigen. "Was mit Wayne gemacht wird, ist sehr, sehr riskant", äußerte sich Bobby Charlton, Weltmeister von 1966 und ManU-Vorstandsmitglied, besorgt.

Vor den Augen der ganzen Nation, die mit TV-Liveschaltungen auf dem Laufenden gehalten wurde, verließ der Nationalspieler nach der rund einstündigen Untersuchung das Privatkrankenhaus Whalley Range in Manchester. Nach einem Besuch bei der Familie und Freundin Coleen McClaughlin kehrte Rooney gegen 17.30 Uhr in die Klinik zurück. ManU- Arzt Tony Gill, Physiotherapeut Rob Swire und Englands Teamarzt Leif Sward hatten sich nach der Kernspintomographie mit Spezialisten zur Analyse der Untersuchungsergebnisse zurückgezogen.

Erstes Training mit dem Ball

Rooney war am Mittwochvormittag in Begleitung von FA-Direktor David Davies und Teamdoktor Sward mit einem Privatjet vom Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden nach Manchester geflogen und am späten Abend ins WM-Quartier Schlosshotel Bühlerhöhe zurückgekehrt. Am Donnerstag absolvierte er Dehnübungen, Lauftraining und nahm erstmals die Arbeit mit dem Ball auf.

Steven Gerrard, der wegen Rückenbeschwerden am Mittwoch ausgesetzt hatte, absolvierte wieder das volle Programm. Der Einsatz des Kapitäns vom FC Liverpool gegen Paraguay ist so gut wie sicher. "Derzeit würde es 50:50 sein. Aber wenn es sich weiter so verbessert werde ich dabei sein", erklärte er.

Für Jermain Defoe ist die WM dagegen schon vorbei. Der als Rooney-Ersatz vorgesehene Tottenham-Stürmer trainierte noch mit, wird aber in den nächsten Tagen in den Urlaub gehen.(APA/dpa/Reuters)

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    Rooney fühlt sich bereit.

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