Cisse hat's schlimm erwischt

8. Juni 2006, 21:38
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Frankreichs Stürmer bei Test gegen China mit Schien- und Waden­beinbruch ausge­schieden - Spanien bezwang Kroatien

Wien - Frankreich hat am Mittwoch den letzten WM-Test gegen China mit 3:1 gewonnen, dabei aber Djibril Cisse verloren. Der Liverpool-Stürmer schied nach zehn Minuten mit einem Bruch des im rechten Schien- und Wadenbein aus und wurde noch am späten Abend in St. Etienne operiert.

Er blieb mit seinem rechten Schuh im Rasen hängen. "Das tut weh", sagte Raymond Domenech, der Teamchef der "Equipe Tricolore", sichtlich gezeichnet. "Die Mannschaft steht unter Schock. Das ist ein Trauma. Man verliert einen Spieler im letzten Augenblick. Das ist dramatisch."

Übersiedelung nach Deutschland

Die Mannschaft übersiedelte am Donnerstag nach Deutschland. Am 13. Juni müssen die Franzosen in Gruppe G in Stuttgart zuerst gegen Österreichs EM-Partner 2008, die Schweiz, antreten.

Cisse hatte sich bereits im Oktober 2004 Schien- und Wadenbein gebrochen; damals hatte es das linke Bein erwischt. Der Legionär musste bis April 2005 pausieren. "Am Anfang war es uns nicht klar, doch als wir rangegangen sind, haben wir es begriffen", sagte Verteidiger Willy Sagnol von Bayern München. "Er hat es sofort gewusst. Er hat das schon mal durchgelebt." Abwehrmann Eric Abidal erklärte, Cisse habe sich erst von seiner Verletzung erholt gehabt und sei in Bestform gewesen.

Glücklicher Probegalopp

So glücklich Frankreichs letzter Probegalopp mit dem Eigentor von Yun Wang (90.) und dem späten Treffer Thierry Henrys (92.) zum 3:1-Erfolg endete, so unglücklich hatte der Abend begonnen. Schon nach zehn Minuten stürzte Cisse nach einem Zweikampf mit Zhi Zheng und blieb mit dem rechten Schuh im Rasen hängen. Und nur vier Minuten nach dem verletzungsbedingten Ausfall des Stürmers schoss Zinedine Zidane, der ansonsten für einige offensive Glanzlichter sorgte, einen Foulelfmeter weit über das Tor.

Spanien: Siegestreffer in der 92. Minute

In letzter Minute kam Spanien vor 15.000 Zuschauern im Stade de Geneve zum 2:1-Erfolg gegen Kroatien. Im Duell zweier WM-Teilnehmer gelang Fernando Torres, der in der 77. Minute mit einem Foulelfmeter gescheitert war, der Siegestreffer in der 92. Minute, nachdem er sich mit einer Finte gegen Austria-Verteidiger Mario Tokic durchgesetzt hatte. Die Kroaten zeigten in der ersten Hälfte eine starke Leistung, gingen jedoch glücklich durch ein Eigentor von Pablo Ibanez in Führung (14.).

Nach dem Seitenwechsel übernahm Spanien das Kommando und glich verdient aus. Der für den verletzten Asier Del Horno nachgerückte Mariano Pernia gelang mit einem von Igor Tudor abgelenkten Freistoß in seinem ersten Länderspiel für Spanien der Ausgleich (62.).

Mühe für Australien

Zwei Kopftore bescherten Australien den mühevollen Erfolg über Liechtenstein. Der eingewechselte Joshua Kennedy (75.) und John Aloisi (83.) verwerteten jeweils eine Hereingabe von Brett Emerton von der rechten Seite. Die "Socceroos" waren schon in der 8. Minute unglücklich in Rückstand geraten, als Lucas Neill einen Freistoß von Martin Telser ins eigene Tor lenkte. Mile Sterjovski hatte die Partie jedoch nur zwölf Minuten später wieder ausgeglichen. (APA/dpa/Reuters/AFP)

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    Das Drama von St. Etienne mit Djibril Cisse in der Hauptrolle.

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