Geschäft Scheidung: Häufigster Grund ist "Stagnation

11. Juni 2006, 18:56
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Betroffene haben meist keine Ahnung, was bei einer Trennung alles zu bedenken ist - Neuer Ratgeber und neues Netzwerk sollen helfen

Wien – Die Scheidungsrate in Österreich steigt seit Jahren und nähert sich langsam der 50-Prozent-Marke. Und damit wird die Trennung auch zum lukrativen Markt – haben die meisten Menschen doch keine Ahnung, was in so einem Fall alles zu bedenken ist.

Trennungsberater

Die Wiener Rechtsanwältin Ursula Xell-Skreiner und die Linzer Jus-Professorin Astrid Deixler-Hübner haben den Trennungsberater "Scheidung Kompakt" verfasst, der sich "sowohl an Männer als auch an Frauen richtet," wie Xell-Skreiner betont.

Neben Ratschlägen zur Obsorge von Kindern, Unterhaltszahlungen, Aufteilung von Vermögen oder Schulden, geben die Expertinnen auch Tipps aus der Anwaltspraxis. Denn bevor im Gerichtssaal die Schmutzwäsche ausgepackt wird, rät Xell-Skreiner zum friedlicheren Weg, zur einvernehmlichen Scheidung.

"Stagnation"

Der häufigste Scheidungsgrund sei übrigens "Stagnation," sagt Xell-Skreiner, aber auch Eheverfehlungen, wie Seitensprünge oder "ehewidrige Beziehungen" (Treffen mit Angehörigen anderen Geschlechts gegen das Einverständnis des Partners). Leidtragend seinen bei einer Scheidung aber beide. "Das Gefühl gescheitert zu sein tut einfach weh," sagt die Expertin. Einen recht breiten Ansatz verfolgt man auch beim "Österreichischen Institut für Trennungs- und Scheidungsbegleitung" (ÖIT).

Paartherapie

Ist es doch ein Netzwerk von Anwälten, Psychotherapeuten, Vermögensberatern und ähnlichen Fachleuten, an das man sich im Trennungsfall wenden kann, wie Friedrich Schwarzinger, eines der Mitglieder betont. Dabei stehe nicht immer die Trennung am Ende, der Anwalt könne durchaus auch zu einer Paartherapie raten.

"Scheidung all inclusive"

Steht die Trennung aber fest, bietet das Netzwerk quasi eine "Scheidung all inclusive" – von der Analyse der Liquidität bis hin zur psychologischen Hilfe für betroffene Kinder. (mil, moe, DER STANDARD Printausgabe 8.6.2006)

Webtipp:

www.oeit.at

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    Steht die Trennung fest, bietet das Netzwerk eine "Scheidung all inclusive"

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