Wissen: Reverse-Charge-Modell

27. Juni 2006, 15:43
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Erst der Endverkäufer oder Dienstleister hebt vom Verbraucher die Mehrwertsteuer ein

Rund 60 Milliarden Euro werden jährlich in der EU allein an Mehrwertsteuer hinterzogen. Berühmt-berüchtigt ist das Mehrwertsteuer-Karussell, bei dem sich die Betrüger durch fingierte Exporte Mehrwertsteuer vom Staat zurückholen. Die Ware verlässt das Land allerdings nie, oder sie wird schwarz "zurückimportiert".

Besonders im Baugewerbe häuften sich die Betrugsfälle, worauf das "Reverse-Charge-Modell" eingeführt wurde: Der Warenverkehr ist nach diesem System zwischen Unternehmen von der Mehrwertsteuer befreit, die Rechnungen werden nur noch "netto" ausgestellt. Erst der Endverkäufer oder Dienstleister hebt vom Verbraucher die Mehrwertsteuer ein und führt sie dann ab. Damit kommen Unternehmen - auch bei Exporten - zu keinen Forderungen gegenüber dem Finanzamt.

Die EU-Kommission hat kürzlich ein anderes Modell vorgeschlagen: Sie will, dass bei Exporten die Mehrwertsteuer vom Käufer bezahlt wird. Er bekommt sie dann vom eigenen Finanzamt zurück. (mimo, DER STANDARD, Print, 8.6.2006)

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