WM: Jüdische Vertreter drohen mit Anzeigen gegen Ahmadinejad

9. Juni 2006, 15:48
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Bisher keine definitiven Aussagen über möglichen Deutschland-Besuch des iranischen Präsidenten

Berlin - Vertreter der jüdischen Gemeinde in Deutschland drohen dem iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad mit einer ganzen Reihe von Strafanzeigen wegen Volksverhetzung, falls das Staatsoberhaupt zur Fußballweltmeisterschaft nach Deutschland reisen sollte. Das kündigte der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinde Niedersachsen, Michael Fürst, im Gespräch mit der "Netzeitung" an. "Die Staatsanwaltschaften werden dann alle Hände voll zu tun haben. Wir werden sie mit Anzeigen füttern."

Das Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland ging von Anzeigen "aus jüdischen und nicht-jüdischen Kreisen" aus, die sich gegen die Leugnung des Holocausts durch den iranischen Präsidenten richten würden. Er rechnete auch damit, dass die neue Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch, dies unterstützen werde.

Bisher gibt es noch keine definitive Aussage darüber, ob Ahmadinejad zur WM nach Deutschland fährt. Klar ist hingegen, dass der iranische Vizepräsident und Sportbeauftragte, Mohammed Aliabadi, zur WM erwartet wird, wie ein Sprecher des deutschen Auswärtigen Amtes sagte. (APA/AFP)

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