Warten auf die U1-Züge: Wiener Linien: Kein "Bremsproblem"

3. Juli 2006, 17:11
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Ursprünglich wurde versprochen worden, dass die ersten Züge der neuen U-Bahngeneration 2003 im Einsatz sein sollten

Wien – "Kein Verkehrsunternehmen der Welt kauft U-Bahnzüge ohne funktionierende Bremsen", betont Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer im Standard-Gespräch. Er sei daher "hin- und hergerissen zwischen Schmunzeln und Erstaunen", dass die Grüne Gemeinderätin Ingrid Puller berichtet hatte, die Genehmigung der neuen U-Bahngeneration hänge noch wegen Problemen beim Bremssystem.

Genehmigungen fehlen

Zwar habe Siemens sich tatsächlich von einem Zulieferbetrieb getrennt (weil jener verkauft worden sei) und habe die Bremsen für die neuen _"V-Wagen" dann selbst hergestellt – aber die seien baugleich mit jenen im Prototyp und würden natürlich funktionieren, betont Steinbauer. Trotzdem fehlt immer noch die Genehmigung durch die Eisenbahnbehörde – in diesem Fall die Wiener MA 46 (technische Verkehrsangelegenheiten). "Die technische Abnahme ist aber schon fertig", betont der Wiener Linien-Chef. Es würden nur noch die Stellungnahmen anderer Abteilungen fehlen – wie beispielsweise dem Arbeitsinspektorat.

verzögerungen

Für die Nord-Verlängerung der U1 würden im September zehn neue U-Bahngarnituren benötigt, derzeit seien neun bereits geliefert, der zehnte solle demnächst folgen. Zur Erinnerung: Ursprünglich – 1998 – war versprochen worden, dass die ersten Züge der neuen U-Bahngeneration 2003 im Einsatz sein sollten. 2000 hatte es dann geheißen, die Auslieferung werde 2004 starten. Dann hieß es, es werde der Herbst 2005 werden. Die Verzögerung werden bei den Wiener Linien mit neuen Sicherheitsbestimmungen nach dem Seilbahnunglück von Kaprun begründet. (frei, DER STANDARD Printausgabe 8.6.2006)

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