Laptop-Dieb als Gefahr für US-Soldaten

14. Juni 2006, 15:10
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Wichtigste Daten von mehr als 26 Millionen US-Kriegsveteranen mit gestohlen - Polizei setzt 50.000 Dollar Belohnung aus

New York - Ein mehrere Wochen zurückliegender Kriminalfall in den USA könnte jetzt auch Folgen für die Sicherheit des Landes haben. Am 3. Mai 2006 wurde ein Laptop aus dem Haus eines Angestellten der Kriegsveteranenbehörde gestohlen. Auf der Festplatte, so wurde zunächst angenommen, sollen die wichtigsten Daten von mehr als 26 Millionen US-Kriegsveteranen enthalten gewesen sein.

Der aus Sicherheitsgründen nicht genannte und inzwischen gefeuerte Angestellte hatte den Laptop drei Jahre lang mit nach Hause genommen, um mit den Daten zu arbeiten. Zunächst wurde der Veteranenbehörde vorgeworfen, bis nahezu Ende Mai mit der Veröffentlichung dieser Tatsache zugewartet zu haben. Nun stellte sich allerdings zusätzlich heraus, dass ein Teil dieser Daten Informationen über aktiv im Dienst stehende US-Soldaten enthält - etwa 2,2 Millionen, darunter auch Mitglieder der Nationalgarde und Reservisten.

Obwohl es bisher keinerlei Anzeichen gibt, dass die Daten von dem unbekannten Dieb verwertet oder verwendet wurden - es ist auch noch unklar, ob es sich bei dem Einbruch um eine gewöhnliche kriminelle Handlung handelt oder ob es jemand auf die Daten abgesehen hatte -, herrscht im Pentagon Besorgnis über die Sicherheit der US-Streitkräfte. Man befürchtet, dass die Daten schlimmstenfalls ausländischen Terroristen in die Hände fallen könnten. "Es gibt einen globalen Markt für diese Art von Information", erklärte David Heymann vom Center for Strategic and International Studies (CSIS). Die Polizei hat eine Belohnung von 50.000 Dollar für Informationen ausgesetzt. (sdr, DER STANDARD, Print, 8.6.2006)

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