Die Bedeutung des ersten Spiels

9. Juni 2006, 20:57
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Bei den drei WM-Triumphen startete Deutschland stets siegreich

München - "Bei einem Sieg wird viel Druck von der Mannschaft genommen. Das ist so, wie wenn man beim Bergsteigen einen hohen Berg bezwingt. Danach geht's erst mal leichter."So umschreibt Uwe Seeler die Bedeutung von WM-Auftaktspielen. Der ehemalige Torjäger muss es wissen: Bei seinen vier WM-Teilnahmen von 1958 bis 1970 bestritt er jeweils das Auftaktspiel für die deutsche Mannschaft, seine Bilanz: drei Siege, ein Unentschieden.

Entsprechend hat auch für Bundestrainer Jürgen Klinsmann der WM-Start am Freitag in München gegen Costa Rica "eine ganz besondere Bedeutung, weil es einen Schub für das Turnier geben kann. Die Spieler bekommen Selbstvertrauen, die Fans glauben an ihre Mannschaft".

Klinsmann erfuhr auch als Kicker, wie wichtig ein guter Auftakt sein kann. Bei der WM 1990 legte die DFB-Elf gegen Jugoslawien mit dem 4:1 einen Traumstart hin, was der damalige Teamchef Franz Beckenbauer noch heute als "die Grundlage unseres Titels"bezeichnet. Auch bei anderen beiden WM-Triumphen war das deutsche Team jeweils mit einem Sieg gestartet. 1954 gab's ein 4:1 gegen die Türkei, 1974 ein 1:0 gegen Chile.

Vor vier Jahren gelang mit dem 8:0 gegen Saudi-Arabien nicht nur ein optimaler Start, es war gleichzeitig auch der höchste Erfolg einer deutschen Mannschaft bei einem WM-Auftaktspiel und der Grundstein für den späteren Einzug ins Finale. Insgesamt kam Deutschland bei bisher 15 WM-Teilnahmen in den Auftaktspielen zu zehn Siegen, vier Unentschieden und einer Niederlage (1982, 1:2 gegen Algerien).

Waum das erste Spiel so schwer ist? Seeler: "Da ist das Lampenfieber, außerdem weiß man nie, wie gut man wirklich drauf ist." (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 8. Juni 2006, sid, red)

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