Plattenindustrie bangt um Rohstoffzufuhr

20. Juni 2006, 19:50
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Statt Holzlager für 35 bis 40 Tage müssten viele Produktionsstätten derzeit mit Holzvorräten haushalten, die nur für ein paar Tage reichten

Wien - Die österreichischen Span- und Faserplattenhersteller schließen nicht mehr aus, dass im Herbst aufgrund von Holzmangel die Produktion zeitweise eingestellt werden muss. "Es ist eine dramatische Situation, mit der wir uns konfrontiert sehen", sagte Branchensprecher Laszlo Döry dem STANDARD. "Die Pelletserzeuger nehmen uns den Rohstoff weg."

Statt Holzlager für 35 bis 40 Tage müssten viele Produktionsstätten derzeit mit Holzvorräten haushalten, die nur für ein paar Tage reichten. Döry fordert die Einberufung eines runden Tischs, an dem man fundiert über den Einsatz von Holz sprechen soll.

In Österreich teilen sich den Markt vier große Familienunternehmen, die an neun Standorten zusammen etwa 3000 Mitarbeiter beschäftigen. Neben der Salzburger Kaindl-Gruppe, der weltweiten Numme eins bei Span- und Faserplatten, sind dies Egger Gruppe aus Tirol, Constantia (Fundermax) und Binder. Diese vier Unternehmen kontrollieren zusammen auch etwa 30 Prozent des europäischen Plattenmarktes.

Im vergangenen Jahr hat die Branche ihren Umsatz um gut drei Prozent auf 882 Mio. Euro gesteigert. Etwa 80 Prozent der Erzeugung wird exportiert, hauptsächlich nach Italien und Deutschland. Hauptabnehmer ist die Möbelindustrie. Heuer rechnet Döry - genügend Rohstoff vorausgesetzt - mit zumindest gleich bleibenden Umsätzen. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.6.2006)

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