Opec verspricht EU hohe Ölförderung

7. Juni 2006, 18:38
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Präsident: "Opec unternimmt alles, um die Situation zu entspannen" - Bartenstein sieht politischen Risikoaufschlag

Brüssel - Die EU hofft nach den Beschlüssen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) auf eine Entspannung am internationalen Ölmarkt. Die Ankündigung der Opec, ihre Ölförderkapazitäten bis Jahresende um drei Millionen Fass pro Tag anzuheben, sei vielversprechend. "Das sollte wirksam dazu beitragen, die bestehenden Spannungen am Markt zu senken", sagte der amtierende Vorsitzende im EU-Energieministerrat, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, am Mittwoch zum Auftakt einer EU-Opec-Energie-Konferenz in Brüssel.

Der amtierende Opec-Präsident, der nigerianische Ölminister Edmund Daukoru, bekräftigte: "Die Opec unternimmt alles, um die Situation zu entspannen, und wird das auch in Zukunft tun." Die Opec-Minister hatten vergangene Woche beschlossen, ihre aktuelle Ölförderung von 28 Millionen Fass pro Tag beizubehalten, obwohl sie den Ölmarkt derzeit für überversorgt halten. Insbesondere Venezuela hatte eine Drosselung der Fördermenge gefordert.

Bartenstein sprach am Mittwoch von einem "Risikoaufschlag" bei den aktuellen Ölpreisen von bis zu 15 Dollar (11,68 Euro) je Fass (159 Liter). "Es besteht immer noch ein hoher Grad an Volatilität und Unsicherheit, unter anderem verursacht durch politische Hintergründe", sagte Bartenstein. "Die Mobilisierung von Investments sowohl in der Ölförderung, als auch in der Verarbeitung und in der Weiterleitung sind dringend notwendig, um Unsicherheiten in Hinblick auf die künftige Ölversorgung zu reduzieren."

Preis gibt nach Nach der Drohung des Iran, im Atomstreit mit dem Westen möglicherweise Öl doch als Waffe einzusetzen, war der Ölpreis vergangene Woche erneut über 73 Dollar geklettert. Nach der jüngsten Entspannung im Konflikt und steigenden Benzinlagerbeständen in den USA hat aber auch der Ölpreis den zweiten Tag in Folge wieder nachgegeben.

Die EU-Kommission will im Zuge ihrer Bemühungen um eine stärkere Koordination der Energiepolitik gemeinsam mit der Opec eine bessere Beobachtung der Finanzmärkte vornehmen, um Spekulationen mit Öl zu verhindern. Es sollen auch Bemühungen zu einer gemeinsamen Analyse der Ölmarktentwicklung zu kommen, verstärkt werden. (DER STANDARD, APA, afs, Printausgabe, 8.6.2006)

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