Die EU verdirbt uns den Fernsehabend

Redaktion, 01. September 2006 10:55
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Ab September soll stufenweise das analoge Fernsehen abgeschaltet werden - Ist die EU schuld? Wer zahlt die Umstellungskosten?

Einem EU-Mythos zufolge soll das Fernsehen schon bald nur mehr für KonsumentInnen mit digitalen Fernsehgeräten möglich sein. Schuld daran: die Vorgabe der EU, das analoge Fernsehen demnächst abzustellen.

Tatsächlich ist in den letzten Jahren in ganz Europa die schrittweise Umstellung von analogem auf digitales terrestrisches Fernsehen im Gange. Das "Fernsehen des 21. Jahrhunderts" wurde in Österreich auch schon getestet. Vorteile: Programmvielfalt, Mehrwegeempfang, flächendeckende Versorgung, keine laufenden Gebühren an den Kabelbetreiber, etc.

Umstellung bis 2012

Die EU steht hinter dieser - von den Fernsehsendern forcierten - Entwicklung und übt auch einen gewissen Druck auf die Nationalstaaten aus, deren Regierungschefs 2004 beschlossen haben, die Umstellung etwa 2010 abzuschließen. Die EU-Kommission selbst empfiehlt eine Umstellung bis 2012.

In Österreich soll der Regelbetrieb für digitales terrestrisches Fernsehen am 27. September 2006 aufgenommen werden. Die ersten österreichischen Haushalte in den neun Landeshauptstädten und Umgebung können ab dann ORF1, ORF2 und ATVplus digital über Antenne empfangen. Ab dem Frühjahr 2007 wird mit der endgültigen Umstellung auf DVB-T (Digital Video Broadcasting-Terrestrial) begonnen. Dann können die drei österreichischen Sender nur mehr digital über Antenne empfangen werden. Die komplette Abschaltung aller analogen TV-Frequenzen werden bis spätestens 2010 erfolgen.

Kosten für die KonsumentInnen

Gewohntes Problem: Zwar wurden die Weichen für die Zukunft gestellt, aber nicht geklärt, wer die Kosten übernimmt, die unter Umständen die Privathaushalte treffen. Derzeit sind 40 Prozent der österreichischen Haushalte nicht digital gerüstet und empfangen analog mit Dach- oder Zimmerantenne. Die politisch Veranwortlichen gehen davon aus, dass bis 2010 alle Fernsehgeräte im Umlauf digitaltauglich sein werden. Wer dann noch an einem alten Gerät fernsehen will, hat Pech gehabt. Für alle, die bereits einen Digital-Receiver haben oder Fernsehen über Kabel oder Internet konsumieren, ergeben sich keine Zusatzkosten.

Die Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) fördert die Umstellung des Antennfernsehens von analog auf digital mit 40 Euro-Gutscheinen für die ersten 100.000 KundInnen, die in den Märkten eine settop-box kaufen. Grundgebührenbefreite KonsumentInnen erhalten ebenfalls diese Gutscheine. Finanziert werden diese Fördermaßnahmen aus dem Digitalisierungsfonds, der im Jahr 2005 als erlaubte staatliche Beihilfe von der Europäischen Kommission notifiziert wurde. (mhe)

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Michael B
10.07.2006 11:15
Hat schon ein bißchen mit EU zu tun:

Als das vor 11 JAhren (!!) beschlossen wurde, wollte man damit den damals noch bestehenden TV-Geräte-Produzenten in Europa (Grundig!..) ein Zusatzgeschäft verschaffen, weil damals schon die Fernseherverkaufszahlen immer mehr einbrachen; wegen zu langer Funktionszeit eines Fernsehers. Damals wurde auch das 16:9 Format "erfunden", sollte die Konsumenten auch zum Umsteigen animieren. Jetzt MÜSSEN alle umsteigen, aber es gibt keine europäische Fernseherproduktion mehr. So ein Pech....

kleeklee
04.07.2006 09:05
EU möchte interaktiven Innovationsschub

das bei uns heuer vom ORF geplante Digitale Terrestrische Fernsehen DVB-T, erfüllt nun genau diese Anforderung nicht!

Dazu ist ein Blick zurück notwendig.

Technische Entwicklungen benötigen (vor-allem Staatalich geplante) eine gewisse Vorlaufzeit.
Für Interaktives Fernsehen wurde vom Deutschen Rundfunkinstitut www.irt.de die Multimedia Home Plattform "MHP" entwickelt. Leider ist nun MHP am Markt gescheitert, übrig blieb der Digitale Bradcast Part DVB-T, was nun die Protagonisten des terrestrischem Monopol Rundfunks nicht daran hindert weiter gebetsmühlenartig die Europäische Union vor ihren Karren zu spannen.

Interaktives Fernshen kommt aus der Privaten Ecke.. per Glasfaser und IPTV.

Goolge Suche: Premiere IPTV

Sägnüt
 
28.06.2006 17:56

Vorteile sind also weniger freie Programme, mehr Gebühren, bessere Gängelung des Konsumenten, Sachwertvernichtung, Erzeugung unnötigen Elektroschrotts, höhere Ausgaben (=Steuereinnahmen für den Staat natürlich) durch erzwungene Neukäufe...

ganz im Sinne des mündigen EU-Bürgers

Taran Seven
04.07.2006 23:50
Du meintest wohl "EU-Konsumsklaven" oder meinest Du wirklich die jetzige EU ist für die Bürger gemacht?

Eher wohl eine Zentralvertretung der Konzerne, die damit nur noch an einer Stelle Lobbing und Bestechung bezahlen müssen und nicht mehr etliche Einzelländer unterwerfen müssen.

Sägnüt
 
05.07.2006 00:15

Stimmt, der Schlusssatz mit dem mündigen EU-Bürger war auch ironisch gemeint.

Elmer J. Fudd
24.06.2006 16:07
verpasste gelegenheit,

den orf ganz abzuschalten.

steven malkmus
27.06.2006 20:12

gute idee.
was täte dann die övp ohne ihr propagandainstrument (bzw früher in weniger starkem Ausmaß die spö)?

el gomero
19.06.2006 20:47
Heute gab es auf Nachfrage bei Saturn Wien 7 noch keine Set-Top-Boxen


Die bekommt man dort erst ab September, denn "vorher würden sie ja nicht gebraucht". Und es werden munter weiter alle TV-Geräte verkauft, mit denen man in ein paar Monaten nicht mehr terrestrisch fernsehen wird können.

= Konsumentenverhöhnung hoch 2.

el gomero
14.06.2006 16:02
Die ersten 100.000 Kunden - dürfen sich die darum schlagen oder wie geht das?

Was sind das für schrullige Pseudo-Informationen?

"Die Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) fördert die Umstellung des Antennfernsehens von analog auf digital mit 40 Euro-Gutscheinen für die ersten 100.000 KundInnen, die in den Märkten eine settop-box kaufen."



Wie das ganze vor sich gehen soll, darüber schweigt sich der Standard aus.

Und übt auch nicht einmal den leisesten Ton der Kritik an dieser skandalösen Vorgehensweise in Österreich.

Absurd.

Taran Seven
04.07.2006 23:56
Nööö die sollen das jetzt kaufen, denn in 3 JAhren wird Verschlüsselung zur Pflicht und damit wieder neue Geräte fällig.

Ab nächstes Jahr werden die meisten Privatsender auch auf Sat nur noch verschlüsselt senden. ORF machts eh schon... dann muss sich jeder Seher per Gebühr anmelden (ja, die Karte ist von Premiere und kostet zwar nicht monatlich aber vorerst zumindest einmalig...)
Ach ja... PC: geht nicht, nicht zugelassen... man will damit Aufzeichnungen verhindern... nicht nur von Premiere, sondern dann auch von allen SAT-Kanälen...
Vorgeschoben wird, das man dann die Werbegebühren nach anzahl der wirklichen Seher abrechnen kann... denn nur wer eine freigeschaltete Karte hat (und damit dem Sender namentlich bekannt ist) kann schauen...
Zumindestens werden unsere Kinder in wenigen Jahren von dem meisten TV-Schwachsinn verschont... hoffentlich auch von Ö3 !

kleeklee
04.07.2006 09:18
falsch

40 Euro Zuschuss gibt es nur beim Kauf eines teuren vom Österreichischen TÜV geprüften DVB-T Receiver mit integriertem MHP, solche Kosten so ab 150 Euro aufwärts.
Das ergibt also abzüglich MHP Förderung etwa 110 Euro Nettokosten ohne Installation.

Beim Kauf eines "bösen" DVB-T Empfängers ohne MHP (ohne farbigen ORF DVB-T Aufkleber) gibts kein Geld.

Digital Astra lacht sich ins Fäustchen, auf Astra sendet unser ORF mit etwa der dreifach besseren Bildqualität, zudem gibts als Draufgabe ca 200 Real sehenswerte TV Kanäle und HDTV.

www.aon.tv oder aondigital.tv steht ebenfalls in den Startlöchern.

kleeklee
04.07.2006 09:27
Gemeinschafts Sat Empfang funktioniert überall, selbst im Wohnsilo ohne Balkon, ohne Neuverkabelung ohne Stemmarbeiten

eine gewöhnliche TV-Haus Antennenverkabelung aus den 70ern kann mehr als Sie denken..

Goolge Suche: ASTRA-EASY-SAT

el gomero
14.06.2006 15:51
"Die EU verdirbt uns" laut Standard-Healine "den Fernsehabend"?

Im Artikel liest man dann: "....deren Regierungschefs 2004 beschlossen haben, die Umstellung etwa 2010 abzuschließen. "

Also doch nicht "die EU", sondern "die Regierungschefs". Vielleicht noch konkreter Österreichs Regierungschef Schüssel, der aber zu feige ist das offen zu sagen und sich wieder einmal hinter "der EU" versteckt: "Alles böse kommt aus Brüssel" - und dann lamentiert, dass es große Skepsis gegen die EU gäbe.

Eine typisch miese Schüssel-Aktion. Und der Standard leistet mit blauäugigen Artikeln wie diesen noch Vorschug.

Gute Nacht Österreich und viel Glück.

||||||||||||||||||||||||´
04.07.2006 01:59
blauäugigen Artikeln

vor allem der hintergrund .....

Sägnüt
 
28.06.2006 17:38

Die diversen Regierungschefs=natürlich die EU,
eventuell auch mal die Fachminister, und ab und zu darf auch mal das Parlament was sagen.

Bei uns wird ja sowieso keiner mehr gefragt...

el gomero
14.06.2006 15:45
Wo bleiben Interessen der ORF-Zahler?

Ich finde es unzumutbar, dass die GIS-Zwangszahler bis dato weder von ORF oder GIS informiert worden sind, dass ab Herbst sie nicht mehr terrestrisch ORF empfangen werden können. Zu dieser Informationspflicht gegenüber den zahlenden Kunden gehört auch, diese aufzuklären mit welchen Zusatzgeräten sie gegebenenfalls ihre TV-Geräte weiter betreiben können, wo solche erhältlich sind, was diese kosten und ob es dafür auch Kostenzuschüsse gibt. Über all das wird von ORF (dem größten Informationsmedium des Landes!)/GIS NICHT informiert. Das ist gelinde gesagt eine noch nicht da gewesene Chuzpe. Dafür darf man ständig Spots gegen das sog. Schwarzsehen bewundern.

coposipi
21.06.2006 00:38
die GIS informiert sehr wohl

kann mich an einen Folder erinnern, der vor ein paar Wochen ins Haus geflattert ist. Also mal wieder den Briefkasten leeren oder den Fernseher anmelden...

Bin ehrlich gesagt froh, dass sich der Fernsehmarkt weiterentwickelt, und Digitales-TV auf allen Empfangsebenen durchsetzt. Österreich ist hier eh ein Nachzügler...

el gomero
14.06.2006 15:47

Offenbar wird hier nebenbei ein künstlicher „Mangel“ erzeugt, um diese Dinger dann um den Umstellungszeitraum herum möglichst teuer verkaufen zu können. Die Nicht-Information leistet dieser üblen Geschäftemacherei noch aktiv Vorschub.

el gomero
14.06.2006 15:47

Es ist eigentlich auch kaum zu glauben, dass im Handel nach wie vor jede Menge Geräte verkauft werden, mit denen man in wenigen Monaten genau nichts mehr empfangen kann. Hier müsste selbstverständlich der Gesetzgeber tätig werden und den Handel zur Information an die Kunden verpflichten. So aber gibt es praktisch bei jeder Kette „preisgünstige“ TV-Geräte und Rekorder zu kaufen, die in spätestens ca. 150 Tagen Elektroschrott sind. Und woran können eigentlich KosumentInnen erkennen, ob ein Gerät für den digitalen Empfang geeignet ist oder nicht? Ist der Handel zur zuverlässigen Auskunft verpflichtet? Dort werden noch nicht einmal jene Zusatzgeräte angeboten, die den Empfang mit den „alten“ TV-Geräten weiterhin ermöglichen würden.

KD
09.06.2006 12:09
Cool,

wird spannend mit den GIS Gebuehren, jetzt kann ich mir naemlich eine technische Loesung basteln, bei der ich nicht automatisch auch den ORF mitempfange (ZB nur Satelit, keine DVB-T Karte, keine ORF Entschluesselung fuer den Satempfaenger).

Intimus
18.06.2006 11:15
nicht ganz so cool, denn

die gis-gebühren sind fällig, sobald eine rundfunkempfangseinrichtung vorhanden ist, unabhängig davon, ob damit orf empfangen werden kann oder nicht (es gibt einige wenige ausnahmen - siehe www.orf-gis.at). deswegen heißen sie auch nicht orf-gebühren.
breitband-internet fällt nicht darunter.

Severin Luftensteiner
12.06.2006 12:48

sie haben breitband-internet? dann zahlen sie auch gis...und zwar im ganz normalen umfang....

Quasis Herr Karl
Quasis Herr Karl
12.06.2006 16:11
ja,in Deutschland, ab 2007...unsere GIS'ler stehen

schon in den Startlöchern,aber es dürfte noch dauern?!

Sägnüt
 
28.06.2006 17:42

GIS-Gebühren zahlen für Breitbandinternet muß man laut ORF-Meldungen schon mindestens seit 2005 ( Meldung vom Juni 2005), aber bis dato ist noch kein zahlender Fall bekannt...

Harald Nowak
31.08.2006 18:37
Is nicht richtig.

Was auch immer für eine Meldung sie hier zititern.

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