Jugoslawien verlangt den Abzug von KFOR und UNMIK aus dem Kosovo

7. Juni 2000, 15:14

Regierungschef Bulatovic: UNO-Administrator Kouchner ist ein "Gönner der albanischen Terroristen"

Belgrad - Die jugoslawische Regierung hat vom Weltsicherheitsrat den sofortigen Abzug der Friedenstruppe KFOR und der UNO-Mission aus der südserbischen Provinz Kosovo und die Rückkehr der jugoslawischen Armee sowie der Polizeieinheiten verlangt. Der jugoslawische Regierungschef Momir Bulatovic sagte am Mittwoch in Belgrad ferner, zugleich sollten alle Anordnungen des UNO-Administrators Bernard Kouchner außer Kraft gesetzt werden, weil sie der UNO-Resolution 1244 widersprächen. Die Regierung habe ein entsprechendes Memorandum an den UNO-Sicherheitsrat gerichtet.

Bulatovic und Vize-Außenminister Nebojsa Vujovic warfen der UNO-Mission (UNMIK) vor, nicht nur den albanischen Terrorismus im Kosovo zu tolerieren, sondern auch dazu anzustiften und ihn zu schützen. Seit die jugoslawischen Sicherheitskräfte das Kosovo vor einem Jahr verlassen haben, seien in der Provinz 5.000 terroristische Gewalttaten verübt worden. Über 1.000 Menschen seien umgebracht worden, 940 Serben entführt und 300.000 Nicht-Albaner aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben, sagte Bulatovic. Gleichzeitig hätten die internationale Friedenstruppe KFOR und UNMIK im Kosovo den illegalen Aufenthalt von über 250.000 Ausländern erlaubt, vor allem aus Albanien.

Diese "systematische" Missachtung der UNO-Resolution seitens Kouchners verlange seine Ablösung. Er sei ein "offener Anwalt und Gönner" der albanischen Terroristen, sagte Vujovic. UNMIK und KFOR seien nicht fähig und nicht willens, Ruhe und Sicherheit für die verbliebenen Nicht-Albaner im Kosovo zu garantieren. Bulatovic verlangte ferner erneut die Aufhebung aller westlichen Sanktionen gegen Jugoslawien. (APA/dpa)

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