Nur ein Männersport

31. Juli 2006, 15:42
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Die Hysterie ist kurz vor der WM grenzenlos - Wer gegen Fußball ist, begibt sich bewusst ins Abseits

Auf Ebay kann man ein Stück Marmorkuchen erwerben, bei dem der Schokoteil die Form eines WM-Pokals hat, berichtet Sarah Kuttner. Aktuelles Gebot zu Redaktionsschluss: 263 Euro, 58 Interessenten haben schon mitgesteigert. Wir sehen: Die Hysterie ist kurz vor der WM grenzenlos.

"Ein bissel zu penetrant", findet das Manuel Ortega. Der Mann hat Humor, denn das ist stark untertrieben. Weniger zimperlich sind die anderen Fußballverweigerer aus "Abseits glücklich" in der "Donnerstagnacht" (22.40, ORF 1).

"Mei, es ist halt ein Männersport"

Leicht wird es ohnehin nicht gewesen sein, so viele von ihnen zu finden, denn am Leder finden alle Gefallen. Ob Mann, ob Frau, ob alt oder jung, gescheit oder blöd. Wer gegen Fußball ist, begibt sich bewusst ins Abseits. Umso mehr hat sich die Mühe gelohnt: Miss Candy vermisst die Hosen vom WM-Maskottchen, Deix zeichnet – natürlich schweinisch, Händler kommentiert: "Mei, es ist halt ein Männersport." Dazu Feines aus dem Archiv: Sigi Bergmann etwa, der verspricht, "nicht zu schmunzeln, wenn wir über Damenfußball berichten". Danke auch an Lotte Tobisch für die "Hälligens": "Wenn ich mich prügle, würde ich keine Maskierung nehmen."

Natürlich passen die Fußballverweigerer ausgezeichnet zum gegenwärtigen WM-Hype, und irgendwie sind sowieso letztlich alle ein bisschen wie Paul Chaim Eisenberg: Nach ausgiebiger Schelte kickt er selber ein paar Bälle. Und strahlt dabei voller Glück. Der Faszination Fußball kann sich auch der überzeugteste Fußballverweigerer nicht entziehen. (prie/DER STANDARD, Printausgabe, 8.6.2006)

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